Autokonzern: Opel-Verkauf wird zur Hängepartie - DER SPIEGEL
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Autokonzern Opel-Verkauf wird zur Hängepartie

Der Verhandlungsmarathon um den Autobauer Opel dauert an. Der ehemalige Mutterkonzern General Motors hält sich überraschend bedeckt, und Gespräche in Berlin endeten ohne Ergebnis. Dennoch sagen Beteiligte, man sei deutlich vorangekommen.
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Berlin - Die Gespräche über den Verkauf des Autobauers Opel sind abermals vertagt worden. Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann sagte am Dienstagabend in Berlin, sie seien aber deutlich vorangekommen. Die ehemalige Opel-Mutter General Motors (GM) habe weiterhin offiziell keine Präferenz für einen der beiden verbliebenen Opel-Interessenten geäußert. Noch im Rennen sind der Zulieferer Magna und der Finanzinvestor RHJ.

An den Gesprächen nahmen Vertreter von Bund, Ländern, GM und der beiden Opel-Interessenten teil. Verhandelt wurde in zwei separaten Runden. Zunächst sprachen die von Bund und Ländern eingesetzte Opel-Task-Force und GM-Vertreter mit Magna. Danach standen am frühen Abend die Gespräche mit RHJ an. Teilnehmer hatten schon im Tagesverlauf die Hoffnung auf einen erfolgreichen Abschluss gedämpft. GM-Verhandlungsführer John Smith sagte, er erwarte noch keine Entscheidung für einen der beiden Interessenten.

Auch der GM-Verwaltungsrat hatte zuvor in Detroit kein Votum für einen Opel-Käufer abgegeben. Das Gremium sei lediglich über den Stand der Gespräche mit den beiden Bietern Magna und RHJ informiert worden, teilte der Konzern mit. Dem Gremium sei aber keine Empfehlung für eine der Offerten vorgelegt worden - ursprünglich wollte man einen Wunschkandidaten benennen.

Allerdings scheint dennoch Bewegung in die Gespräche zu kommen. Nach Ansicht des Opel-Betriebsrats rückt GM unter dem massiven politischen Druck aus Deutschland von seiner ablehnenden Haltung gegen Magna ab. Aus dem Betriebsrat wurde die Hoffnung laut, die GM-Führung könnte sich von ihrer bisherigen Präferenz für den Finanzinvestor RHJ distanzieren.

Betriebsrat schöpft Hoffnung

Die Bundesregierung, die betroffenen Opel-Bundesländer und der Opel-Betriebsrat bevorzugen Magna, weil der Zulieferkonzern in Zusammenarbeit mit seinen russischen Partnern weniger Arbeitsplätze in Deutschland abbauen und Opel klarer vom ehemaligen Mutterkonzern abtrennen will als RHJ International. Ein Teil des GM-Managements hatte sich für RHJ ausgesprochen, weil der Finanzinvestor Opel enger bei GM belassen würde. Der GM-Verwaltungsrat bekräftigte diese Position aber nicht.

"Das gibt Hoffnung", sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz. "GM erkennt, dass sie keine Entscheidung gegen die Bundes- und Landesregierungen sowie die Arbeitnehmer treffen können." Magna bleibe der Favorit, in strittigen Fragen wie Patentrechten und dem Zugang zum russischen Markt habe es in den Verhandlungen bereits eine Annäherung gegeben.

Auch die vier Bundesländer mit Opel-Standorten sprachen sich erneut dafür aus, zügig mit dem Interessenten Magna zu verhandeln. Nach Einschätzung des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministers Hendrik Hering (SPD) könnten GM und Magna schon in den nächsten Tagen "bei gutem Willen" eine abschließende Einigung erzielen. "Es gibt nur noch ganz wenige Punkte, wo man auseinander ist", sagte Hering.

Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer äußerte sich pessimistischer. Seiner Ansicht nach spiele GM auf Zeit und wolle Opel in die Insolvenz treiben. Dann könne GM sich ohne große Sozialleistungen der Opel-Standorte Antwerpen, Bochum, Kaiserslautern und Ellesmere Port "entledigen", schreibt der Experte für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen in einer Analyse. Auch Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte das Thema Insolvenz mehrfach als Option ins Spiel gebracht. Der Opel-Betriebsrat lehnt dies aber ab - auch aus Angst, mögliche Opel-Käufer zu verschrecken.

tko/dpa/Reuters

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