Autokonzern: Porsche-Aufseher billigen Verschmelzung mit VW - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Autokonzern Porsche-Aufseher billigen Verschmelzung mit VW

Ein neues Autoimperium entsteht: Der Aufsichtsrat von Porsche hat den Weg für ein Zusammengehen mit VW frei gemacht, nachdem schon die VW-Aufseher für die Grundlagenvereinbarung gestimmt hatten. Damit ist ein monatelanger Machtkampf bei den Autobauern endgültig beendet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wolfsburg/Stuttgart - Der Weg für einen VW-Porsche-Konzern ist frei. Der Aufsichtsrat von Porsche stimmte am Donnerstagabend einer Grundlagenvereinbarung zur Bildung eines integrierten Autokonzerns zu. Stunden zuvor hatte schon der VW-Aufsichtsrat für die Vereinbarung votiert. Der Plan sieht vor, dass die beiden Autokonzern im Laufe des Jahres 2011 verschmelzen.

VW und Porsche: Machtkampf beendet

VW und Porsche: Machtkampf beendet

Foto: ddp

Volkswagen   wird nun zunächst schrittweise beim Porsche-Automobilgeschäft, der Porsche AG, einsteigen. Der Sportwagenbauer soll dabei als zehnte Marke in den Wolfsburger Konzern integriert werden. Bis Ende 2009 soll sich VW gemäß dem vereinbarten Konzept zunächst mit 42 Prozent an der Porsche AG beteiligen. Für die gesamte Porsche AG sei ein Wert in Höhe von 12,4 Milliarden Euro ermittelt worden. "Auf dieser Basis und unter Berücksichtigung der Verschuldung von Porsche wird Volkswagen für den Anteil von 42 Prozent voraussichtlich bis zu 3,3 Milliarden Euro zahlen", hieß es weiter. Um den Einstieg bei Porsche zu refinanzieren sei eine Kapitalerhöhung geplant.

Im ersten Halbjahr 2010 sollen daher neue Vorzugsaktien ausgegeben werden. Der Aufsichtsrat werde sich "zeitnah mit dem Thema befassen und die Details beschließen". Eine solche Kapitalerhöhung bedarf der Zustimmung der Aktionäre, die voraussichtlich auf einer

außerordentlichen Hauptversammlung bis Ende des Jahres eingeholt werden soll. Außerdem ist vorgesehen, dass die Familiengesellschafter das Autohandelsgeschäft der Porsche Holding in Salzburg an Volkswagen veräußern. Porsche wird dabei ein eigenständiges Unternehmen mit Sitz in Zuffenhausen bleiben.

Die exakten Beteiligungsverhältnisse nach einer Verschmelzung stehen laut VW noch nicht fest. Die Familiengesellschafter Porsche und Piëch bleiben jedoch größte Aktionäre bei Volkswagen, das Land Niedersachsen wird auch künftig zweitgrößter Aktionär des Volkswagen Konzerns sein. Die Stellung Niedersachsens soll gemäß der Grundlagenvereinbarung künftig in der Satzung von Volkswagen ausdrücklich verankert sein. Dem Land soll die Entsendung zweier Aufsichtsräte zustehen.

Der grundlegenden Einigung war eine monatelange Übernahmeschlacht vorausgegangen. Erwartet wurde zudem, dass das Emirat Katar als dritter Großaktionär neben den Familien Porsche und Piëch sowie dem Land Niedersachsen bei VW einsteigt. Außerdem sollte die Belegschaft eine Beteiligung erhalten.

tko/dpa/ddp

Mehr lesen über

Verwandte Artikel