Autokonzerne: Wiedeking will bis 2012 Porsche-Chef bleiben - DER SPIEGEL
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Autokonzerne Wiedeking will bis 2012 Porsche-Chef bleiben

Trotz des Machtkampfs mit VW denkt Porsche-Chef Wiedeking nicht ans Aufhören. Sein Vertrag laufe bis 2012, stellte er in einem Interview klar. Vertreter des Aufsichts- und des Betriebsrats des Sportwagenbauers warfen den Wolfsburgern "Erpressung" vor.
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Stuttgart - Der angeschlagene Porsche-Chef Wendelin Wiedeking denkt nicht ans Aufhören und will den hochverschuldeten Sportwagenbauer noch bis mindestens 2012 leiten. "Ich habe bei Porsche ein Projekt begonnen, nämlich die Schaffung einer starken Allianz von VW und Porsche. Das möchte ich zu Ende bringen", sagte Wiedeking der "Bild am Sonntag". "Mein Vertrag läuft bis 2012." Zu seinem Verhältnis zu Porsche-Miteigentümer und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch sagte der 56-Jährige: "Was Herrn Piëch angeht, so hat er mir bisher nicht persönlich mitgeteilt, dass er unzufrieden mit mir ist."

Auf die Frage, ob er persönlich Fehler gemacht habe, sagte Wiedeking: "Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein." Den Vorwurf, er habe Porsche vor die Wand gefahren, wies Wiedeking aber zurück. "Wir schlagen uns auch in der Krise tapfer", sagte der Manager dem Blatt. "Ich jedenfalls kämpfe mit Herz und Energie für Porsche und werde selbstverständlich meiner Verantwortung für Volkswagen gerecht."

Porsche arbeite daran, den im Zuge der VW-Übernahme angehäuften Schuldenberg abzutragen. Die Verhandlungen mit dem Emirat Katar laufen Wiedeking zufolge gut. "Wir verhandeln mit der Qatar Investment Authority in einer sehr guten und konstruktiven Atmosphäre", sagte er. Entscheiden müssten am Ende aber die Familien Porsche und Piëch, der Porsche-Aufsichtsrat und die Scheichs.

"Erpressen lassen wir uns nicht"

Ein Ultimatum aus Wolfsburg, das nach SPIEGEL-Informationen bis Ende des Monats gesetzt wurde, wiesen Vertreter von Porsche am Wochenende in scharfer Form zurück.

Volkswagen hatte zuvor bis Montag Antwort auf ein neues Rettungskonzept verlangt. Es sieht im Kern den Erwerb eines 49-Prozent-Anteils an der Porsche AG durch VW vor. In ihrer Antwort verwahrten sich der Aufsichtsratschef der Porsche Holding, Wolfgang Porsche, und Betriebsratschef Uwe Hück gemeinsam gegen "Erpressung". Die Wortwahl der VW-Erklärung sei in hohem Maße irritierend, hieß es. "Erpressen lassen wir uns nicht", schrieben Porsche und Hück.

Ultimaten gehörten nicht in das 21. Jahrhundert. "Wir hoffen sehr, dass die Urheber des Ultimatums vor dem Hintergrund der gemeinsamen Ziele sich wieder beruhigen und in internen Gesprächen und nicht über Schlagzeilen ihre Vorschläge verfolgen. Dazu stehen wir jederzeit bereit", fügten die Porsche-Vertreter hinzu.

Ein VW-Sprecher hatte zuvor jeden Kommentar zu dem Ultimatum abgelehnt. Wulff wies den SPIEGEL-Bericht zurück: "Es gibt kein Ultimatum, sondern ein intensives gutes Zusammenarbeiten an der Zukunft von Porsche und VW", sagte der CDU-Politiker am Sonntag in Hannover. "Wir haben Vertraulichkeit vereinbart". Es gebe aus dem Norden keine Erklärung, auf die im Süden reagiert werden müsste.

"Wir haben Vertraulichkeit vereinbart"

In dem Rettungskonzept schlägt VW nach SPIEGEL-Informationen den Familien Porsche und Piëch vor, dass der Wolfsburger Konzern der Porsche Holding für drei bis vier Milliarden Euro einen 49-Prozent-Anteil an der das Sportwagengeschäft vereinenden Porsche AG abkauft. In einem nächsten Schritt würde das Emirat Katar VW-Aktienoptionen von der Porsche Holding übernehmen. Zum Schluss müssten die Unternehmen Porsche und VW fusionieren.

Zwei Konzerne im Vergleich

An diesem vereinten Automobilkonzern könnten die Familien Porsche und Piëch über 40 Prozent der Aktien halten, Niedersachsen 20, Katar rund 15 und ein weiterer Staatsfonds fünf Prozent. Sollte Porsche nicht auf das Angebot eingehen, wolle VW im September auf der Rückzahlung eines 700-Millionen-Kredits bestehen, den die Wolfsburger Porsche im März gewährt haben. Das Emirat Katar würde Porsche dann nicht mehr retten. Seine Vertreter bestünden auf einer gemeinsamen Lösung und wollten daher ein Gespräch mit Wolfgang Porsche, Ferdinand Piëch, Wulff und möglicherweise auch Winterkorn.

Einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung", wonach das Emirat Katar nunmehr bei VW in Wolfsburg statt bei dem Stuttgarter Autobauer einsteigen wolle, bezeichnete Porsche-Holding-Sprecher Albrecht Bamler als "reine Spekulation". Die Verhandlungen mit Katar seien noch nicht abgeschlossen. In dem Zeitungsbericht hieß es, das Emirat habe kein Interesse mehr an einer Beteiligung an der Porsche Holding SE, sondern wolle den Stuttgartern stattdessen ihre Optionen auf Erwerb weiterer VW-Aktien abkaufen und so zehn bis 20 Prozent an dem Wolfsburger Autobauer übernehmen.

cis/AP/dpa