Autokrise Continental verlängert Weihnachtsferien
Hannover/Düsseldorf - Continental geht auf Sparkurs: Angesichts der Absatzkrise in der Autoindustrie kürzt der Zulieferkonzern die Produktion. "Es wird die ganze Bandbreite an Maßnahmen geben", sagte ein Conti-Sprecher am Dienstag.
Arbeitszeitkonten würden reduziert, die Weihnachtsferien in einzelnen Werken verlängert und die Beschäftigung von Leiharbeitern zurückgefahren. Allerdings gebe es für die verschiedenen Werke unterschiedlichen Handlungsbedarf. Bei der Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstag will Continental Details nennen.
Die Turbulenzen am Automarkt kommen für das Unternehmen zur Unzeit. Continental und der neue Großaktionär Schaeffler leiden unter hohen Schulden. Continental muss Kredite von knapp elf Milliarden Euro für die Übernahme des Konkurrenten VDO tilgen. Schaeffler hat sich bei verschiedenen Banken 16 Milliarden Euro für die Übernahme gesichert.
Der Verkauf von Unternehmensteilen könnte die Schuldenlast senken. Im Fokus steht dabei die Reifensparte von Continental. Vor allem Finanzinvestoren sollen Interesse an dem Bereich haben. Neben Kohlberg Kravis Roberts, Bain Capital und Allianz Capital Partners sondiere mindestens ein weiterer Marktteilnehmer das Feld, schreibt das "Handelsblatt" mit Verweis auf Bankkreise.
Allerdings wehren sich Arbeitnehmervertreter und Gewerkschafter in Contis Aufsichtsrat gegen einen Verkauf der Gummisparte an Finanzinvestoren. "Wir bevorzugen industrielle Partner", hieß es in Kreisen.
Auch der Schaeffler-Konzern sucht nach Möglichkeiten, um die finanzielle Last durch den Einstieg bei Continental zu senken. Der Autozulieferer schließt eine Beteiligung von Co-Investoren für sein Aktienpaket nicht aus. Aktien, die über eine Conti-Beteiligung von 49,99 Prozent hinausgehen, würden wie vorgesehen weitergereicht, sagte ein Schaeffler-Sprecher.
Dabei sei es auch denkbar, dass ein Investor eine größere Beteiligung an Continental übernehme. "Es gibt Interessenten, die sich direkt bei uns melden", sagte der Sprecher. Diese würden von Schaeffler dann an die Banken weitergeleitet. Dem Familienkonzern aus Herzogenaurach sind rund 90 Prozent der Conti-Aktien angeboten worden.
Der Konzern unterstrich zugleich, dass man keine Investoren für die Schaeffler KG selbst suche. Um entsprechende Gerüchte zu zerstreuen, hätten sich die Eigner, Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg Schaeffler, sowie Firmenchef Jürgen Geißinger in einem Schreiben an die Mitarbeiter gewandt. "Wir können Ihnen versichern: An diesen Spekulationen, dass ein Investor an der Schaeffler KG beteiligt wird, ist nichts dran!", heißt es in dem Brief.
suc/dpa-AFX/Reuters/dpa