Autokrise Opel sichert sich eigene Patente von GM
Frankfurt am Main - Positive Nachricht für die Opel-Mitarbeiter: Der deutsche Autobauer hat sich laut "Süddeutscher Zeitung" (SZ) mit seinem amerikanischen Mutterkonzern General Motors (GM) auf ein Tauschgeschäft zur Rückgabe der Opel-Patente verständigt. Als Gegenleistung für die Rückgabe der Patente erlasse Opel der Mutter Forderungen, die das Rüsselsheimer Unternehmen seit dem Verkauf der Rechte an die Mutter hat, berichtet das Blatt unter Berufung auf Firmenkreise.
Opel-Produktion in Rüsselsheim: Gewappnet gegen GM-Insolvenz
Foto: DDP"Das war der entscheidende Punkt, der dringend notwendig war. Bei Opel und GM ist das alles unter Dach und Fach", zitierte die "SZ" eine mit den Vorgängen vertraute Person. Allerdings müsse die US-Regierung dem Tauschgeschäft noch zustimmen. GM hat die Patente dort verpfändet, um sich Milliardenhilfen vom Staat zu sichern. In Rüsselsheim rechnen die Verantwortlichen aber nicht damit, dass Washington das Geschäft noch stoppt, zumal der Schuldenberg von GM durch den Tausch schrumpfen würde. Ein Opel-Sprecher wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Er verwies aber darauf, dass GM bereits im Februar angekündigt hatte, insgesamt drei Milliarden Euro an Einlagen in das geplante neue Unternehmen einzubringen.
Auch die "Welt" berichtet, der Opel-Aufsichtsrat habe beschlossen, Forderungen gegenüber GM geltend zu machen, die aus dem Verkauf der Technologie entstanden seien. "Am besten wäre es, die Patente zurückzuführen. Es geht um Milliardenwerte", zitierte das Blatt ein Aufsichtsratmitglied. Im Falle einer drohenden GM-Insolvenz hat Opel dagegen möglicherweise keine Ansprüche mehr auf Forderungen gegenüber der Mutter.
US-Presseberichten zufolge breitet sich General Motors bereits auf eine mögliche Insolvenz vor. Dabei könnten die "schlechten" Teile des Unternehmens abgespalten und abgewickelt und die "guten" Teile weitergeführt werden. Bei Opel gibt man sich trotz der möglichen Pleite kämpferisch. "Eine GM-Insolvenz hätte keine Auswirkungen auf Opel", sagte Betriebsratschef Klaus Franz der "Welt". "Die Liquidität bei Opel ist derzeit gesichert."
Durch die Finanzmittel wäre der Autohersteller auch bei Insolvenz des Mutterkonzerns General Motors zum 1. Juni nicht sofort in Zahlungsschwierigkeiten, sondern hätte weiter Luft. Zuletzt hieß es, Opel brauche bis Mai dringend neue Liquidität, um seine Existenz zu sichern.