Autokrise Volkswagen meldet Kurzarbeit an
Wolfsburg/Rom/New York - Die deutschen Autokonzerne kämpfen gegen die Absatzkrise: Nun hat auch Volkswagen für einzelne Bereiche seiner deutschen Werke Kurzarbeit beschlossen. Die Regelung betreffe rund zwei Drittel der 92.000 Beschäftigten in Deutschland und gelte für die Zeit zwischen dem 23. und 27. Februar, teilte VW am Dienstag in Wolfsburg mit.
VW-Produktion in Wolfsburg: Absatzeinbruch zwingt zur Kurzarbeit
Foto: Getty ImagesBetriebsratschef Bernd Osterloh sagte, die aktuelle Marktlage habe auch Auswirkungen auf VW. Der Konzern rechnet für das laufende Jahr angesichts trüber Branchenaussichten früheren Aussagen zufolge mit einem konzernweiten Absatzeinbruch von zehn Prozent.
Die Überstundenkonten seien mittlerweile weitestgehend abgebaut, so Osterloh. Den Beschäftigten entstünden keine Nachteile, denn VW stocke das Kurzarbeitergeld weitgehend auf. Nach VW-Angaben sind von der Kurzarbeit zum Beispiel der Bereich Forschung und Entwicklung sowie Teile der Komponentenfertigung ausgenommen.
Kurzarbeit bei BMW
Zuvor hatte auch BMW angekündigt, ab Februar in vier seiner Werke in Kurzarbeit zu gehen. Der Stuttgarter Konkurrent Daimler hatte bereits im Dezember erklärt, zehntausende Beschäftigte in Kurzarbeit zu schicken. Bei Ford in Deutschland gibt es bislang Kurzarbeit im Kölner Ford-Motorenwerk. Etwa 700 Mitarbeiter sind betroffen.
Andere deutsche Hersteller haben noch keine Kurzarbeit angemeldet. Opel allerdings erwartet nach den Worten eines Sprechers darüber in den nächsten Tagen eine Entscheidung. Auch Audi und Porsche haben noch nicht auf Kurzarbeit zurückgegriffen. Allerdings prüft Audi angesichts der schwachen Marktsituation die Produktionspläne. Bei Porsche ruht unter Nutzung von Arbeitszeitkonten an einzelnen Tagen die Produktion.
Fiat und Chrysler bilden Autoallianz
Die weltweite Krise der Automobilindustrie wird immer dramatischer. Erst am Dienstag kündigten der ums Überleben kämpfende US-Autohersteller Chrysler und der italienische Wettbewerber Fiat an, dass beide Unternehmen eine Allianz eingehen wollen. Die Firmen leiden massiv unter der Talfahrt am Automarkt.
Derweil hat die Wirtschaftsflaute dem japanischen Autobauer Toyota im vergangenen Kalenderjahr das Geschäft verhagelt. Die Zahl der verkauften Autos schrumpfte um vier Prozent auf 8,97 Millionen Stück, wie das Unternehmen in Tokio mitteilte. Besonders der wichtige US- Markt war zusammengebrochen.
Auch in Frankreich kämpfen die Hersteller ums Überleben. Der französische Premierminister François Fillon forderte als Gegenleistung für Milliardenhilfen, dass Renault und PSA-Peugeot Citroën ihre Produktion in Frankreich halten und im Inland einkaufen. Der Staat wolle den Herstellern fünf bis sechs Milliarden Euro bereitstellen, sagte er auf einer Konferenz zur Lage der Autobranche in Paris.