Autokrise Volkswagen stutzt Investitionen
Wolfsburg/Hamburg - Der Volkswagen-Aufsichtsrat beschloss am Freitag, die Ausgaben für den Autobereich in den Jahren 2005 und 2006 um sechs Prozent zu reduzieren. Bisher plante der Konzern Investitionen in Höhe von 11,8 Milliarden Euro.
Für die beiden Gemeinschaftsunternehmen in China werden die Ausgaben für diesen Zeitraum um 22 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro gesenkt. Auch an der bisher auf fünf Jahre angelegten Investitionsplanung nimmt Volkswagen Korrekturen vor.
Nachdem die Investitionsquote im laufenden Jahr bereits deutlich zurückgefahren worden sei, werde sie sich 2005 und 2006 auf unter sieben Prozent belaufen und damit auf einem wettbewerbsfähigen Niveau liegen, teilte Volkswagen weiter mit. Mit 7,7 Milliarden Euro entfalle der Hauptteil der verbleibenden Sachinvestitionen im Autobereich weiter auf die Modernisierung der Produktpalette.
Unübersehbare Warnleuchten
Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch richtete einen Appell an die Belegschaft, die Anstrengungen zur Effizienzsteigerung zu erhöhen. Die Ergebnisse des Konzerns in den ersten neun Monaten zeigten, dass die Markengruppe VW erstmals seit langem in die roten Zahlen gerutscht sei. "Die Warnleuchten blinken also unübersehbar", schrieb Pötsch in der Mitarbeiterzeitschrift "autogramm".
Deshalb komme es darauf an, die Umsetzungsgeschwindigkeit des Sparprogramms "For Motion" zu steigern. VW hatte in den ersten neun Monaten Gewinneinbußen verbucht, hält aber an der Prognose fest, wonach der operative Gewinn vor Sondereinflüssen im Gesamtjahr 1,9 Milliarden Euro erreichen soll.
Wechsel im Management
Das Kontrollgremium bestätigte zudem die Berufung des früheren DaimlerChrysler-Managers Wolfgang Bernhard. Der 44-jährige Sanierungsexperte soll im Februar zunächst als Vorstandsmitglied ohne Geschäftsbereich eintreten und spätestens Anfang 2006 die Leitung der Marke VW übernehmen. Von ihm erwartet sich Vorstandschef Bernd Pischetsrieder wichtige Impulse zur Restrukturierung der defizitären Kernmarke.
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Dagegen verlässt Jens Neumann den Vorstand zum Jahresende. Bislang war Neumann für die Bereiche Konzernstrategie, Recht und Organisation zuständig. Sein Ressort fällt weg. Produktionsvorstand Folker Weißgerber, über dessen Ausscheiden ebenfalls spekuliert worden war, gehört dem Vorstand weiter an.