Autoland China: VW regiert den Markt - DER SPIEGEL
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Autoland China VW regiert den Markt

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

China ist kein Autoland. Zwar gibt es die Rekordzahl von 119 Autoherstellern, die meisten davon kleine Zehn-Mann-Betriebe, die ein Auto pro Woche produzieren. Aber auf 1,3 Milliarden Chinesen kommen nur zehn Millionen Autos. Im vergangenen Jahr wurden gerade 650.000 Autos neu zugelassen. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es 40 Millionen Autos, jedes Jahr kommen 3,5 Millionen hinzu.

Die überwiegende Mehrheit der Autos sind Dienstwagen und Taxis. Die wenigsten Chinesen können sich ein Auto leisten. Ein Passat B5 etwa kostet 249.000 Yuan (rund 62.000 Mark). Bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 5854 Yuan in der Stadt und 2210 Yuan auf dem Land ein unerreichbarer Luxus. Auch das VW-Billigmodell Santana ist mit einem Preis von 113.000 Yuan noch unerschwinglich.

Dennoch ist VW mit einem Marktanteil von 53 Prozent der unbestrittene Marktführer. Davon entfallen 33 Prozent auf den Santana und den Passat, 16 Prozent auf den Jetta und vier Prozent auf die Audi-Modelle. Dabei profitiert der deutsche Autobauer von dem frühen Markteintritt 1985. Die anderen ausländischen Autohersteller begannen erst später und kämpfen noch um Marktanteile: General Motors kommt mit seinem Buick auf 4,4 Prozent, Honda mit dem Accord auf 7,6 Prozent.

Der lokale Bestseller von Citroen, der Fukang, liegt mit einem Marktanteil von 8,8 Prozent auf dem fünften Platz, nach den VW-Modellen, dem Daihatsu Charade und dem Suzuki Alto.

Bei VW gibt man sich keinen Illusionen hin. "Die Mehrheit der Chinesen kann sich kein Auto leisten, und das ist auch gut so", sagt Asien-Chef Stefan Jacoby. "Denken Sie nur an die Folgen für die Umwelt."

Der Absatzmarkt wird auf absehbare Zeit begrenzt bleiben. Es gibt zu wenig Straßen, zu wenig Parkplätze. Und die Preise werden zwar mit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) auf Grund des schärferen Wettbewerbs stark fallen, aber für die meisten Privatleute immer noch zu hoch bleiben.

Die Zahl der Neuzulassungen werde 2006 zum ersten Mal die Millionengrenze überschreiten, erwartet Jacoby. Die Produktion wird dementsprechend auch nur mäßig ausgeweitet: Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll der Ausstoß von 336.000 auf 450.000 VW- und Audi-Modelle steigen.