Automarkt VW verliert in China
Hamburg - Der chinesische Markt wird für Volkswagen immer schwieriger: Bis zum Jahresende dürfte der Konzern mit seinen beiden chinesischen Joint-Venture-Partnern "deutlich mehr als 530.000 Fahrzeuge verkaufen", sagte ein Unternehmenssprecher dem "Handelsblatt". Eine gute Nachricht ist das nicht - 2004 waren es noch 125.000 Autos mehr gewesen, 2003 sogar 170.000.
Dass VW seinen Marktanteil trotzdem leicht ausbauen konnte, liegt vor allem an der Rabattschlacht, die besonders von "Shanghai Volkswagen" geführt wurde. Bei der sogenannten "Hurrican Action" gab es bis zu 18 Prozent Nachlass. Damit der Konzern trotzdem schwarze Zahlen schreibt, stehen jetzt massive Kostensenkungen ins Haus. Die beiden chinesischen Joint-Venture-Partner von Volkswagen sollen ihre Rivalität begraben und enger zusammen arbeiten.
Ohne erfolgreiche Modelle werden solche Umstrukturierungen wenig bringen. Und da hat VW Probleme mit dem kleinen Nutzfahrzeug Caddy, das seit sechs Monaten in China zu haben ist. Konkrete Absatzzahlen möchte man nicht nennen, aber VW-Nutzfahrzeugchef Bernd Wiedemann hatte bereits eingeräumt: "Es läuft nicht so gut wie erhofft." Pläne für größere Transporter habe man bereits auf Eis gelegt.
Trotz des kriselnden China-Marktes werden den Autobauern aus Wolfsburg global gute Aussichten bescheinigt. Nach einer aktuellen Prognose von B&D-Forcecast könnte der Konzern bis Dezember ein Verkaufsplus von 140.000 Fahrzeugen einfahren. Vor allem in Westeuropa entscheiden sich immer mehr Menschen für einen VW, Audi, Seat, Skoda oder Bentley. B&D-Forecast hält es für möglich, dass der Konzernabsatz auf mehr als 5,3 Millionen Fahrzeuge in diesem Jahr steigt.