Automobil-Branche Porsche auf der Überholspur
Stuttgart - In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres sei der Vorsteuergewinn auf 154 Millionen Euro gewachsen und liege damit mehr als zehn Prozent über dem Vorjahreswert, teilte Wiedeking auf der Hauptversammlung mit. Weil die Steuerquote auf Grund der Unternehmenssteuerreform sinkt, werde der Nachsteuergewinn mit rund 88 Millionen Euro den Vorjahreswert um 27 Prozent übertreffen.
Der Konzernumsatz wuchs den Angaben zufolge um 6,3 Prozent auf rund 1,83 Milliarden Euro. Insgesamt setzte Porsche mehr als 23.000 Fahrzeuge ab, blieb bei einem Wachstumstempo von 0,7 Prozent aber unter den Vorjahreswerten. Insgesamt konnten deutlich mehr neue 911er-Modelle verkauft werden, beim älteren Boxster ging der Absatz hingegen zurück.
Trotz der glänzenden Zahlen gab sich Wiedeking mit der Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr eher zurückhaltend. Wegen der hohen Entwicklungskosten für neue Modelle rechne er mit einem Vorsteuer-Gewinn in Vorjahreshöhe, so Wiedeking. Damals hatte Porsche ein Plus von 592,4 Millionen Euro verbuchen können. Porsche steckt nach eigenen Angaben in diesem Jahr viel Geld in neue Sportwagen. Außerdem soll in der zweiten Jahreshälfte der neue Geländewagen Cayenne aus Leipzig auf den Markt kommen.
Rekorddividende für die Aktionäre
Keinen Grund zur Klage haben auch die Porsche-Aktionäre: Sie erhalten die Rekorddividende von 2,54 Euro je Stammaktie und 2,60 Euro je Vorzugsaktie. Das ist ein Plus von rund 70 Prozent zum Vorjahr. Zur Hauptversammlung kamen 2500 Aktionäre, fast doppelt so viele wie im Vorjahr.
Wiedeking kam bei der Hauptversammlung auch noch einmal auf den Rauswurf aus dem M-Dax im vergangenen Jahr zu sprechen. Es könne nicht sein, dass die Verantwortlichen der Wertpapierbörse in Frankfurt und die Macher der Deutschen Börse AG identisch seien, kritisierte der Porsche-Chef. "Wie sollen da unabhängige Regelwerke entstehen?" Porsche war aus dem M-Dax ausgeschlossen worden, weil das Unternehmen sich geweigert hatte, Quartalszahlen auszugeben. Nach Wiedekings Worten wird derzeit ein Listing an der New Yorker Börse gepüft. Finanzvorstand Holger Härter führe bereits entsprechende Gespräche, hieß es.