Automobil: GM will europäische Werke verschonen - DER SPIEGEL
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Automobil GM will europäische Werke verschonen

Einem Zeitungsbericht zufolge will der US-Autobauer General Motors auf Werksschließungen in Europa verzichten. Die Mitarbeiter werden allerdings einige bittere Pillen schlucken müssen. Zugeständnisse beim Lohn werden ihnen ebenso abverlangt, wie bei den Arbeitszeiten.
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Hamburg – In der heute beginnenden neuen Verhandlungsrunde um die Zukunft der europäischen Werke werde GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster ein Paket anbieten, das keine Fabrikschließungen vorsehe, erfuhr die "Financial Times Deutschland" aus Konzernkreisen. Allerdings muss die Arbeitnehmerseite dies wohl mit deutlichen Zugeständnissen bezahlen. Das Lastenheft der Konzern-Unterhändler enthalte eine Reduzierung der Lohnkosten ebenso, wie eine Verlängerung der Arbeitszeit.

Mit der Entscheidung, Europas Werke vorerst zu sichern, nimmt der Konzern Konfliktstoff aus den Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite um den Bau des neuen Astra. Für die Produktion der Neuauflage des Golf-Konkurrenten braucht GM weniger Kapazitäten als beim bisherigen Astra, denn verbesserte Produktionstechnik und eine global vereinheitlichte Modellplattform hat den Bau des Fahrzeugs vereinfacht. Der Gesamtbetriebsrat schätzt, dass die Astra-Werke wegen der steigenden Produktivität ab 2010 Kapazitäten für 230.000 Wagen zu viel haben werden.

Forster hatte daher ursprünglich gedroht, dass eine Werksschließung nicht auszuschließen sei. Wird der mit der Astra-Produktion verbundene Sparpakt nun aber geschlossen, ohne eine Fabrik zu gefährden, wären die europäischen Werke bis Mitte des nächsten Jahrzehnts wohl gesichert. Denn neue Modelle werden normalerweise rund sechs Jahre lang gebaut, bevor ein Nachfolger kommt.

Bis zum Jahresende will GM entscheiden, welche Werke den Zuschlag für den Bau des neuen Astra bekommen. Um die Produktion bewerben sich neben Bochum, das polnische Werk Gliwice, Ellesmere Port in England, Belgiens GM-Fabrik in Antwerpen und das schwedische Werk in Trollhättan. Doch nur in vier Fabriken solle der neue Astra vom Band rollen, heißt es bei GM.

Um die Zukunft der europäischen Werke zu sichern, hatte der europäische GM-Betriebsrat vorige Woche bereits die Senkung der jährlichen Kosten um 288 Millionen Euro angeboten. Geringere Lohnzuwächse, Einschnitte bei sozialen Leistungen und eine höhere Flexibilität in der Arbeitszeit seien dafür möglich. GM will allerdings Einsparungen von 450 Millionen Euro pro Jahr erreichen. Daher dürften in den nun startenden Verhandlungen von den Arbeitnehmern schmerzhafte Einschnitte gefordert werden.

mik/AP