Automobilbranche Renault übernimmt Samsung Motors
Seoul - Renault bietet nach Angaben eines Managers der Hanvit Bank zwischen 560 und 570 Millionen Dollar für die angeschlagene südkoreanische Samsung Motors. Die 16 örtlichen Gläubigerbanken von Samsung Motors würden am Dienstag über das Renault-Angebot entscheiden, sagte der Banker in Seoul.
"Alle Entscheidungen über das Geschäft (mit Renault) werden nach dem Treffen mitgeteilt", fügte er hinzu. Das Geschäft mit Renault werde wahrscheinlich unterzeichnet, da das Angebot des französischen Unternehmens angemessen sei, hieß es. Mit der Übernahme setzen sich die weltweiten Zusammenschlüsse und Allianzen in der Autobranche fort.
Renault hatte zuvor erklärt, im Falle einer Übernahme mit Samsung ein Gemeinschaftsunternehmen aufzubauen, an dem Renault 70 Prozent und Samsung 30 Prozent halten soll. Renault will damit seine Präsenz in Asien stärken. Die Franzosen hatten bereits zu Beginn des vergangenen Jahres einen Minderheitsanteil an der japanischen Nissan Motor erworben.
Der Automarkt von Südkorea gilt als der am schnellsten wachsende in Asien. Im Jahr 1999 wurden in dem Land 910.000 Neuwagen verkauft. Die Marke von einer Million soll schon bald überschritten werden. 1999 wurden in Südkorea aber nur 2401 ausländische Fahrzeuge verkauft, weshalb Autohersteller aus Europa und den USA Klage gegen das Land erwägen, weil es nach Ansicht ausländischer Hersteller den Marktzugang erschwert.
Die erst vor fünf Jahren gegründete Samsung Motors hat bislang lediglich ein Fahrzeugmodell auf den Markt gebracht und musste 1998 nach Finanzproblemen ihr hochmodernes Werk in Pusan schließen. Die Schulden des Konzerns von 3,9 bis 4,5 Milliarden Dollar übersteigen dabei die Vermögenswerte von 3,2 bis 3,6 Milliarden Dollar.