Autovertrieb: BMW-Chef widerspricht seinen Kollegen - DER SPIEGEL
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Autovertrieb BMW-Chef widerspricht seinen Kollegen

BMW-Chef Milberg fühlt sich offenbar stark genug, um es mit jeder Art von Konkurrenz aufzunehmen. Im Streit über die Liberalisierung des Autohandels geht er auf Konfrontationskurs zur Mehrheit seiner Branchenkollegen - und zu Gerhard Schröder.
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München - Milberg sprach sich in der "Süddeutschen Zeitung" vehement für eine völlige Freigabe des Vertriebssystems aus. "Die aktuelle Diskussion wirft die Frage auf, ob eine gesonderte Behandlung der Automobilindustrie beim Vertrieb überhaupt notwendig und sinnvoll ist", sagte Milberg dem Blatt.

Seiner Ansicht nach sollte allerdings auch für die Automobilindustrie gelten, was zum Beispiel im Möbel- und Textilhandel üblich ist. Hier können sich die Hersteller auch ihre Vertragspartner aussuchen und ihnen gesicherte Gebiete zugestehen. Diese Wettbewerbsregeln, die für andere Branchen in Europa gelten, seien für die Autoindustrie völlig ausreichend. Milberg steht damit im Widerspruch zur Mehrheit der Branche, zum Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) und zu Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

Hintergrund des Streits: Nach Plänen der EU-Kommission sollen Autohändler künftig unabhängiger von den großen Autokonzernen werden. Unter anderem sollen sie in Zukunft unter einem Dach Autos verschiedener Hersteller verkaufen und in ganz Europa aktiv werden können. Kritiker der Freigabe des Autohandels befürchten durch die Neuregelung Wettbewerbsnachteile vor allem für die deutsche Automobilindustrie. Befürworter erwarten dagegen sinkende Preise.