Autozulieferer: Continental bestätigt Übernahmepoker - DER SPIEGEL
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Autozulieferer Continental bestätigt Übernahmepoker

Es wäre eine der bislang größten Übernahmen des Jahres in Europa: Der Reifenhersteller Continental hat erste Gespräche mit dem fränkischen Autozulieferer Schaeffler bestätigt. Der Kurs der Conti-Aktie legt rasant zu.
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Frankfurt am Main - Zum Handelsauftakt schoss der Kurs der Continental-Papiere   zeitweise um mehr als 24 Prozent in die Höhe. Der deutsche Leitindex Dax   stieg zeitgleich um rund 1,3 Prozent auf 6232 Punkte. Die Conti-Aktie profitierte dabei von einer möglichen Übernahme durch den Autozulieferer Schaeffler, der Conti für etwas mehr als zehn Milliarden Euro schlucken und von der Börse nehmen könnte. Schaeffler soll laut Presseberichten notfalls auch zu einer feindlichen Übernahme bereit sein.

Continental bestätigte am Montag erste Kontakte. Ende vergangener Woche habe es ein "erstes, kurzes Gespräch" gegeben. Sobald die Schaeffler-Gruppe ihre Überlegungen "substantiiert" habe, werde der Vorstand der Continental AG diese prüfen und zu den Ergebnissen "in angemessener Weise" weiter informieren, hieß es. Ein Sprecher sagte, der Konzern sei offen für Investoren, "die die langfristige Strategie und Geschäftspolitik des Unternehmens unterstützen und die Conti nicht zerschlagen wollen".

Die bei Conti vertretenen Gewerkschaften IG Metall und IG BCE kündigten in der gleichen Zeitung dagegen massive Proteste gegen eine Übernahme an. Schaeffler habe in der Vergangenheit Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsinteressen "mit Füßen getreten", kritisierte der IG-Metall-Bezirkschef und Conti-Aufsichtsrat Hartmut Meine am Montag in Hannover. "Wir werden mit allen Mitteln verhindern, dass ein völlig intransparentes Unternehmen möglicherweise die Continental AG übernimmt und zerschlägt." Meine bezweifelte zudem, dass die Familie Schaeffler eine Conti-Übernahme vor dem Hintergrund der aktuellen Kapitalmarktbedingungen finanzieren könne.

Conti unter Druck

Eine Übernahme von Continental wäre der größte Unternehmenskauf in diesem Jahr in Europa. Das Kaufangebot kommt zu einem Zeitpunkt, in dem der Hannoveraner Autozulieferer wegen steigender Rohstoffpreise und sinkenden Autoabsatzes unter Druck gerät. Das Unternehmen hat daher erneut eine Preiserhöhung für einen Teil seiner Produkte angekündigt.

Die von Maria-Elisabeth Schaeffler und ihrem Sohn Georg kontrollierte Schaeffler-Gruppe ist der weltweit zweitgrößte Wälzlager-Konzern. Die familiengeführte Firma fertigt Lager unter anderem für Maschinen, Anlagen, die Automobilindustrie sowie die Luft- und Raumfahrt. Im Jahr 2007 erwirtschaftete die Schaeffler-Gruppe mit ihren drei Marken INA, LuK und FAG und ihren weltweit 66.000 Beschäftigten einen Umsatz von 8,9 Milliarden Euro.

Der Continental-Konzern gehört mit einem anvisierten Umsatz von mehr als 26,4 Milliarden Euro im Jahr 2008 weltweit zu den fünf führenden Automobilzulieferern. Zu den Produkten zählen Bremssysteme, Systeme und Komponenten für Antrieb und Fahrwerk, Instrumentierung, Infotainment-Lösungen, Fahrzeugelektronik und Reifen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 150.000 Mitarbeiter an nahezu 200 Standorten in 36 Ländern.

suc/kaz/ddp/dpa-AFX