Autozulieferer: Siemens diskutiert Zukunft von VDO - DER SPIEGEL
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Autozulieferer Siemens diskutiert Zukunft von VDO

Börsengang oder Verkauf: Der Siemens-Aufsichtsrat will heute über die Zukunft des Autozulieferers VDO entscheiden. Für den neuen Siemens-Chef Peter Löscher ist die Entscheidung die erste große Bewährungsprobe.
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München - Allerdings ist offen, ob sich das Kontrollgremium bereits fest für den Verkauf an einen der Interessenten, darunter Continental  , oder für den Börsengang entscheidet. Vorstellbar ist auch, dass beide Wege - also Verkauf oder Börsengang - weiter verfolgt werden. Branchenkreisen zufolge bieten Conti sowie der US- Zulieferer TRW jeweils mehr als elf Milliarden Euro für VDO. Bisher hatte Siemens   erklärt, ein Börsengang sei die bevorzugte Option. Auch der Conti-Aufsichtsrat tagt heute.

Siemens-Chef Peter Löscher hatte allerdings angekündigt, dass es noch im Sommer eine Entscheidung geben werde. Für ihn ist die Entscheidung über die Zukunft von VDO nach nicht einmal einem Monat im Amt die erste große Bewährungsprobe. Löscher hatte erklärt, er wolle die Entscheidung "unter Wertgesichtspunkten" fällen. Auf keinen Fall will er dabei die bei Siemens stark vertretene IG Metall vor den Kopf stoßen, die einen Börsengang der Siemens-Sparte lieber sähe als einen Verkauf. Auch Siemens bevorzugt bislang offiziell den Gang an die Börse - dieser würde vermutlich etwas weniger einspielen als ein Verkauf an Investoren.

Möchtegern-Käufer Conti wirbt im Bieterringen für eine nationale Lösung. Bestimmte Schlüsselindustrien dürften in Deutschland nicht verlorengehen, sagte Vorstand Karl-Thomas Neumann der "Financial Times Deutschland". Dazu gehöre die Auto-Elektronik. Käme Continental zum Zug, entstünde einer der weltweit fünf größten Konzerne für diese Schlüsseltechnologie, so Neumann.

Siemens VDO gehört weltweit zu den zwölf größten Automobilzulieferern für Elektronik und Mechatronik. Die Konzerntochter von Siemens mit 53.000 Mitarbeitern gilt als Spezialist für Navigationssysteme und als besonders innovativ bei der Einspritztechnik für Motoren. Das Unternehmen entwickelt und produziert unter anderem auch Benzinpumpen, Bremssysteme, Displays für Autos, Airbag-Sensoren und Gurtstraffer. Für Stadtwerke und Bahnunternehmen entwickelt Siemens VDO die Betriebsleittechnik bis hin zu Fahrgastinformationen an Haltestellen und in Zügen. Für Schiffe werden zum Beispiel Navigationsinstrumente hergestellt.

Siemens VDO hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von über 10 Milliarden Euro sowie einen operativen Gewinn von 669 Millionen Euro erwirtschaftet und ist damit einer der erfolgreichsten Siemens-Bereiche. Vorstandschef von Siemens VDO ist Wolfgang Dehen. Die Konzerntochter hat 130 Standorte - die Hälfte der Mitarbeiter arbeitet in Regensburg, Babenhausen bei Frankfurt/Main und Würzburg.

sam/AP/dpa