Axel Springer Verlag Döpfner beerdigt TV-Pläne
Hamburg - "Wir werden uns künftig ganz auf unser Kerngeschäft konzentrieren: Printmedien und das, was man auf digitalen Vertriebswegen daraus machen kann", sagte Döpfner dem SPIEGEL (Ausgabe vom 21. Dezember).
Von Anfang an sei klar gewesen: "Wir machen Fernsehen ganz oder gar nicht", so Döpfner. "Und wir machen es nur, wenn die Konditionen stimmen und die Risiken überschaubar sind." Jetzt seien "durch die konjunkturelle Gesamtlage die Risiken eher größer geworden".
Hinzu komme: Nach monatelangen Verhandlungen mit den Kirch-Insolvenzgeschäftsführern "sehen wir kein Ergebnis, das uns zum Aufstocken der Anteile veranlasst. Wenn das so bleibt, dann ist die Entscheidung gefallen."
Springer hatte Anfang des Jahres seinen damaligen Großaktionär Leo Kirch durch das Ausüben einer Option gezwungen, ein 11,5-Prozent-Paket von dessen ProSiebenSat.1 für 767 Millionen Euro zurückzukaufen und damit die Kirch-Insolvenz mit ausgelöst. Seither lavierte Springer monatelang zwischen einer Aufstockung seiner TV-Anteile und einem Ausstieg.