Axel Springer Verlag: WAZ kurz vor dem Einstieg - DER SPIEGEL
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Axel Springer Verlag WAZ kurz vor dem Einstieg

Medienzar Leo Kirch holt offenbar zu seinem letzten Schlag gegen den Axel Springer Verlag aus. Er soll mit der WAZ-Gruppe kurz vor der Einigung über den Verkauf seines 40-Prozent-Anteils stehen.
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Berlin - In den Verhandlungen gehe es nur noch um den Preis, schreibt die zum Springer-Verlag gehörende Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Unterhändler beider Seiten träfen sich am Montag.

Der Springer-Konzern wehrt sich gegen den Einstieg der WAZ-Gruppe. Ein Sprecher wies in der "Welt" auf die Aussage der Mehrheitsaktionärin Friede Springer hin, nach welcher der Essener Medienkonzern nicht zum Springer-Konzern passe.

Zurzeit streiten sich die Juristen darüber, ob der Springer-Anteil, der aus vinkulierten Aktien besteht, überhaupt ohne die Genehmigung des Verlages verkauft werden darf. Dieser beruft sich auf das Recht, die Übertragung der Aktien zu genehmigen oder zu verweigern. Kirch-Kreise argumentieren dagegen, dass gar kein Verkauf der Aktien selbst stattgefunden hat, weil die gesamte Print-Beteiligungsgesellschaft von Kirch an die WAZ-Gruppe verkauft werden solle. Die Vinkulierung sei auf diese Weise ausgehebelt.

Kirch hatte am Donnerstag vergangener Woche beim Landgericht München eine einstweilige Verfügung beantragt, damit das Springer-Paket nicht - wie ursprünglich vorgesehen - am 30. August der Deutschen Bank zufällt. Kirch hatte bei dem Frankfurter Institut einen Kredit in Höhe von 720 Millionen Euro mit dem Aktienpaket besichert. Kirch argumentiert, dass die Deutsche Bank gegen einen zuvor geschlossenen Vergleich verstoßen habe.

Bei dem Vergleich hatten sich Kirch und die Bank darauf geeinigt, dass Kirch bis zum kommenden Freitag Zeit hat, selbst einen Käufer zu finden. Das Gericht soll nun in einer mündlichen Verhandlung am 10. September entscheiden. Bis dahin sind der Bank die Hände gebunden.

Politiker von CDU/CSU vermuten hinter dem mögliche Einstieg der WAZ-Gruppe bei Springer politische Motive. Geschäftsführer des WAZ-Konzerns ist Bodo Hombach, der frühere Kanzleramtschef von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).