BA-Vorwurf Zehn Prozent tricksen beim Arbeitslosengeld
Passau - Er halte eine Missbrauchsquote von zehn Prozent für den "unteren Rand seriöser Schätzung", sagte Clever der "Passauer Neuen Presse". Der Vertreter der Arbeitgeber im Verwaltungsrat der Bundesagentur bezog sich auf das "niederschmetternde Ergebnis" einer Telefonaktion bei 390.000 Arbeitslosengeld-II-Empfängern.
Demnach waren 170.000 trotz mehrmaliger Anrufe "kein einziges Mal erreichbar". 43.000 Empfänger hätten die freiwillige Befragung abgelehnt.
Bei sieben Prozent der Verbliebenen "stellte sich heraus, dass sie gar nicht arbeitslos sind". Zum Teil seien sie in "betrügerischer Absicht" gemeldet gewesen, zum Teil hätten sie vergessen, eine Änderung wie etwa den Erhalt einer Lehrstelle zu melden.
Bei circa 32.000 Menschen "spricht man von einer Grauzone", erklärte Clever. Hier müsse "noch weiter geforscht werden - erst recht bei den 170.000, die gar nicht erreicht wurden".