Baan Rettung wird angeblich blockiert
Amsterdam - Die ING-Gruppe sei nicht bereit, ihre Beteiligung von 5,9 Prozent an Baan an die britische Invensys zu verkaufen, berichtet die "Financial Times". ING wollte den Bericht bisher nicht kommentieren.
Danach hat die Ablehnung des Invensys-Angebotes vor allem steuerliche Gründe. Bei dem aktuellen Angebot bekäme die niederländische Bank rund 89 Millionen Mark für ihren Anteil, hätte aber keine Möglichkeit, ihren Verlust von der Steuer abzusetzen, da es sich um ein Wertpapiergeschäft handelt. Es wird geschätzt, dass ING für die Baan-Beteiligung rund 710 Millionen Mark bezahlt hat.
Ginge der Softwarehersteller jedoch in Konkurs, dann könnte ING seine Verluste steuerlich geltend machen, was eine Kürzung der Steuerschuld um etwa 220 Millionen Mark ausmachen würde.
Weigert sich die ING weiterhin, so droht die britische Invensys mit dem Rückzug ihres Angebotes. Bisher haben Aktionäre erst 58 Prozent der Anteile an Invensys verkauft. Laut einer Mitteilung von Invensys "kann das nicht unendlich so weitergehen". Die Briten sind nur bereit, den Fortbestand von Baan zu sichern, wenn 95 Prozent der Anteile in ihrer Kontrolle sind.