Baan: Wer kauft den SAP-Konkurrenten? - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Baan Wer kauft den SAP-Konkurrenten?

Das angeschlagene niederländische Softwareunternehmen ist offenbar auf der Suche nach einem Käufer. Die Gerüchteküche an der Börse will gleich mehrere potenzielle Käufer für den SAP-Konkurrenten ausgemacht haben. Einer hat jedoch gleich abgewinkt: Oracle.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Putten/Amsterdam - Ernsthafte Übernahmegespräche führe Baan mit der britischen Invensys, meldet das "Wall Street Journal". Das Unternehmen aus London, das auf Automatisierungs- und Kontrolltechnik spezialisiert ist, sei an einer Ausweitung seines Softwaregeschäftes interessiert. Nach Einschätzung von Beobachtern würden sich die Kernaktivitäten der beiden Unternehmen gut ergänzen. Ein Sprecher von Baan wollte nur Gespräche mit verschiedenen potenziellen Käufern bestätigen. Ein Invensys-Sprecher sagte, das Gerücht über eine Beteiligung an Baan tauche alle paar Wochen auf.

Am Markt werden aber noch andere Baan-Interessenten gehandelt. "Es kursierten Gerüchte, dass Cisco an einer Übernahme interessiert sei", sagte ein Händler von Theodoor Gilissen. Nach seiner Auffassung ist das auch nicht verwunderlich. Eine Kundenumfrage von Yahoo belege, dass Baan zu den Top Vier unter den Softwarekonzernen gehöre.

Der amerikanischen Datenbank-Konzern Oracle lässt sich von der Umfrage offenbar nicht beeindrucken. Sein Unternehmen sei an Baan "nicht interessiert", wird Oracle-Chef Roy Lane in der niederländischen Zeitung "Het Financieele Dagblad" zitiert. In den vergangenen Tagen war Oracle in Medienberichten als möglicher Käufer für Baan genannt worden.

Die Übernahmegerüchte hatten den Kurs der Baan-Aktie in Amsterdam am Donnerstag um 90 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Am letzten Handelstag der Woche schwächte sich der Kurs jedoch wieder ab. Gewinnmitnahmen drückten den Titel bis zum Mittag auf ein Minus von rund 16 Prozent. Seit September 1999 hat die Aktie kontinuierlich an Wert verloren. Vor einem halben Jahr wurde sie noch für rund 15 Euro gehandelt, bis Mitte Mai brach sie auf 2,40 Euro ein.