Babcock Borsig: Neuer Vorstandschef bestellt - DER SPIEGEL
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Babcock Borsig Neuer Vorstandschef bestellt

Nach dem Scheitern der Verhandlungen über die Sanierung von Babcock Borsig ernennt der Aufsichtsrat mit Horst Piepenburg einen neuen Konzernchef. Der Kanzler hatte zuvor das frühere Management gerüffelt.
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Düsseldorf/Oberhausen - Der Düsseldorfer Insolvenzfachmann Horst Piepenburg wird neuer Vorstandsvorsitzender beim zahlungsunfähigen Energietechnikkonzern Babcock Borsig. Dies habe der Aufsichtsrat am Dienstagabend in Oberhausen beschlossen, teilte die Babcock Borsig AG mit. Mit dem Ressort Finanzen wurde Helmut Balthasar betraut. Beide wurden für ein Jahr bestellt. Die Vorstände Ludger Kramer und Gerd Woriescheck behalten ihre Ressorts. Reinhard Kayser verlässt den Konzern in gegenseitigem Einvernehmen mit sofortiger Wirkung.

Der Düsseldorfer Rechtsanwalt Horst Piepenburg hat seine Erfahrung als Insolvenzverwalter in den vergangenen zwanzig Jahren in mehr als 1.500 Verfahren gewonnen. Damit ist er einer von rund 20 ausgewiesenen Fachleuten in Deutschland auf diesem Gebiet. Zu seinen Fällen gehörten unter anderem der Gelsenkirchener Küchengeräte-Hersteller Küppersbusch, das digitale Trickfilmstudio HDO und die Neue Ludwigshütte in Oberhausen sowie der Automobilhersteller DAF Deutschland. Bei der Ruhrorter Schiffswerft in Duisburg erreichte Piepenburg eine Sanierungslösung unter Beteiligung der Mitarbeiter.

Derzeit ist Piepenburg unter anderem Mitglied im Gläubigerausschuss von Kirch Media. Im Deutschen Anwaltverein ist Piepenburg Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Insolvenzrecht und Sanierung.

Im Deutschlandfunk hatte Schröder am Vormittag erklärt, die Insolvenz des Unternehmens sei "ganz offenkundig durch schwere Managementfehler" verursacht worden. Jetzt komme es darauf an, in dem Insolvenzverfahren alles zu tun, um einen Großteil der Arbeitsplätze zu erhalten. "Die Politik werde helfen, "wo wir können, weil wir Verantwortung verspüren für die Lebensschicksale, für die Beschäftigten - offenkundig anders als der eine oder andere in dem Management des Unternehmens, über das wir reden". Es sei erforderlich, dass der Aufsichtsrat eine neue Führung berufe, sagte Schröder. Die Auftragslage des Unternehmens sei gut

Nach dem Scheitern der Rettungsversuche für Babcock soll in dem nun folgenden Insolvenzverfahren über die Zukunft des Unternehmens mit rund 22.000 Beschäftigten entschieden werden. Nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" soll der Düsseldorfer Insolvenzanwalt Horst Piepenburg neuer Vorstandsvorsitzender bei Babcock Borsig werden. Die Abstimmungsprozesse mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Helmut Schmitz und mit dem Aufsichtsrat seien fast abgeschlossen, berichtete die Zeitung. Bereits heute soll er bestellt werden.

Nach einem Bericht der "Welt" gibt es dagegen bereits konkrete Pläne für die Zerschlagung des Konzerns. Gläubiger sprächen bereits seit drei Tagen mit dem französischen Kraftwerksbauer Alstom über den Erwerb von Teilen des Geschäftsbereichs. Verkaufsgespräche gebe es auch beim Anlagenbau. Außerdem solle die 25-Prozent-Beteiligung an der Kieler Werft HDW innerhalb der kommenden vier bis sechs Wochen ohne Zustimmung der Hauptversammlung verkauft werden.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement hatte am Montag bekannt gegeben, dass die Gespräche mit den Banken erfolglos geblieben seien, daher müsse das Insolvenzverfahren fortgesetzt werden. Nach Angaben von Clement hatten vier der sechs beteiligten Institute nicht genügend Vertrauen in die strategische Neuausrichtung und die Führungsstruktur von Babcock Borsig. Nun solle geprüft werden, wie die Geschäfte weitergeführt werden können. Mehr als 13.000 Beschäftigte des traditionsreichen Energietechnik-Konzerns arbeiten in Deutschland. Die Landesregierung strebe eine nach dem neuen Insolvenzrecht mögliche Sanierung durch Insolvenz in Eigenverwaltung an, sagte Clement.