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München - Die "Süddeutschen Zeitung" hatte über den vertraulichen Finanzplan berichtet. Die Bahn nahm jedoch nicht zum Inhalt Stellung. Angaben aus der Zeitung, die Bahn wolle in den kommenden fünf Jahren 35.000 der derzeit 215.000 Stellen abbauen, wurden dagegen zurückgewiesen. "Es gibt keine feste Zahl", sagte Bahn-Sprecher Werner Klingberg der Deutschen Presse Agentur.
Der "SZ" zufolge befürchtet die Bahn unter anderem, dass ihr Vorhaben, die Tickets für Fernzüge zu verbilligen, durch die Folgen der rot-grünen Steuerpläne gefährdet sein könnte. Liquidität und Betriebsergebnisse würden sich als Folge der geplanten Steuern deutlich verschlechtern und dies eine höhere Verschuldung auslösen. Das Unternehmen könnte dann weniger Verlustvorträge geltend machen und müsste sehr viel höhere Steuern zahlen. Durch die Verbilligung der Fern-Tickets will die Bahn mehr Reisende zum Umsteigen von Flugzeug und Auto in ihre Züge bewegen.
Fundamentalkritik von Mehdorn?
Darüber hinaus kritisiere der Bahn-Vostand um Konzernchef Harmut Mehdorn in dem Papier generell die Politik der Bundesregierung, schrieb die "SZ" weiter. Der Finanzplan sei als "streng vertraulich" gekennzeichnet und liege seit einigen Tagen der Bundesregierung vor.
Bahn-Sprecher Klingberg sagte, man rede derzeit nicht über "Köpfe, sondern über Kosten". An Spekulationen über Personalabbau beteilige man sich nicht. Der "SZ" zufolge habe der Vorstand in dem Finanzplan auch angedeutet, dass als Ausgleich für höhere Rentenbeiträge Kürzungen bei den freiwilligen Sozialleistungen und der betrieblichen Altersversorgung denkbar seien.
Lokführerstreiks denkbar
Unterdessen steuert die Bahn auf den schärfsten Tarifkonflikt seit Jahren zu, der auch zu Lokführerstreiks mit massiven Behinderungen führen kann. Die Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA wollen ein Ende des Beschäftigungsbündnisses notfalls auch mit Streiks verhindern. Sollte die Bahn an ihrer Drohung festhalten, den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen nicht bis Ende 2006 zu verlängern, werde man massiv reagieren, hatten Transnet-Chef Norbert Hansen und GDBA-Vize Klaus-Dieter Hommel am Freitag betont.