Bahn Bei Instandhaltungswerken nachgebessert
Berlin - Die Werke in Leipzig-Engelsdorf und Neustrelitz würden an einen privaten Investor aus der Bahnindustrie verkauft, sagte Schröder nach dem Treffen mit Bahnchef Hartmut Mehdorn und Gewerkschaftschef Norbert Hansen am Donnerstag in Berlin. Das Werk Stendal wird die Bahn mit einem Partner aus der Bahnindustrie weiter betreiben. Dadurch seien 2000 der 6000 betroffenen Arbeitsplätze schon einmal gesichert, sagte Hansen.
Die Schließung fünf weiterer der insgesamt 18 Werke - in Delitzsch, Chemnitz, Zwickau, Nürnberg und Leverkusen-Opladen - überprüft die Bahn bis 30. November noch einmal.
Mehdorn dämpfte zu hohe Erwartungen. Man werde die Pläne ändern, wenn sich neue Erkenntnisse ergäben, sagte er. "Im Moment sieht es aber so aus, dass wir nicht genug Arbeit haben." Die Bahn hatte argumentiert, mit den Milliardeninvestitionen in neue Fahrzeuge und verbesserte Abläufe werde die Fahrzeugflotte kleiner und erfordere weniger Wartung. Damit würde die Auslastung der Werke von heute 60 auf 30 Prozent sinken. Die Bahn bemüht sich, das Drittkundengeschäft auszuweiten.
Schröder, der auf seiner Sommerreise durch die neuen Länder mit dem Problem der Eisenbahner konfrontiert worden war, sagte, er sei stolz auf Mehdorns Sanierungserfolge und unterstütze seine Ziele. "Die Bahn hat aber nicht nur eine betriebswirtschaftliche, sondern auch eine regional- und sozialpolitische Verantwortung."
Die Bahn garantiert, dass die Instandhaltung auch in Zukunft ein Kerngeschäft des Unternehmens bleibt. Damit sei der Verdacht endgültig ausgeräumt, die Bahn wolle sich endgültig aus diesem Bereich verabschieden, sagte Hansen.
Beschlossen ist dagegen die Schließung in München-Neuaubing noch in diesem Jahr. Hier bleibt nur die Elektronik-Zentral-Werkstatt bestehen und wird ausgebaut. Für die Bahner, die dort nicht weiter beschäftigt werden, sichert die Bahn eine "zumutbare Weiterbeschäftigung innerhalb der DB AG im Raum München" zu.
Der Bahnvorstand hatte Ende Juni entschieden, acht Werke wegen zu geringer Auslastung zu schließen. Auch in anderen Werken (Limburg, Hannover-Leinhausen und Erfurt) sollten Teilbereiche stillgelegt oder Stellen gestrichen werden. In Erfurt soll der Beschluss jetzt auch noch einmal überprüft werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei der Bahn bis Ende 2004 ausgeschlossen.