Bahn-Gewerkschaften: Transnet wirft GDL Mitgliederabwerbung vor - DER SPIEGEL
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Bahn-Gewerkschaften Transnet wirft GDL Mitgliederabwerbung vor

Der Bahn-Streik zahlt sich für die Lokführergewerkschaft GDL aus: Einem Bericht zufolge hat sie in den vergangenen Monaten rund 2000 neue Mitglieder gewonnen. Die Gewerkschaft Transnet wirft ihr nun eine Abwerbungskampagne vor - und kritisiert den Arbeitskampf als "Machterhaltungs-Streik".
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Frankfurt am Main - Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihre Streikkraft im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn offenbar deutlich erhöht. Etwa 2000 Lokführer und Schaffner sind nach einem Bericht des Bielefelder "Westfalen-Blatts" in den vergangenen Monaten in die Gewerkschaft eingetreten. Die Bahn-Gewerkschaft Transnet sprach von einer massiven Abwerbungskampagne der GDL. Dem Bericht zufolge werden dabei für die Werbung neuer Mitglieder Prämien bis zu 100 Euro gezahlt. Die GDL bestätigte auf Nachfrage einen Mitgliederzuwachs, wollte aber keine genauen Zahlen nennen.

"Die Höhe der Prämie geht schon in Richtung Kopfgeld", sagte Transnet-Sprecher Oliver Kaufhold der Zeitung. Üblich seien normalerweise Belohnungen von 25 Euro. Der zähe Kampf der GDL um einen eigenständigen Tarifvertrag und eine deutliche Lohnerhöhung sei jedoch nur ein "Machterhaltungs-Streik", bei dem es um das eigene Überleben als Gewerkschaft gehe, kritisierte er.

Transnet habe in diesem Jahr bereits 800 Mitglieder an die GDL verloren, sagte Kaufhold. Im gleichen Zeitraum seien jedoch rund 400 Angestellte von der Lokführergewerkschaft zur Transnet gewechselt, betonte er. Das "Westfalen-Blatt" berichtete dagegen, auf einer internen Transnet-Liste über "Mitgliederbewegung" sei bundesweit ein Verlust von 1021 Mitgliedern ausgewiesen. Allein in Bayern wechselten demnach 214 Lokführer und Schaffner zur GDL, in Berlin und Nordrhein-Westfalen seien es jeweils rund 130 gewesen.

Etwa die Hälfte der derzeit insgesamt 34.000 GDL-Mitglieder sind dem Bericht zufolge Rentner und Pensionäre, von den verbleibenden aktiven Bahn-Mitarbeitern sind mehr als die Hälfte Beamte ohne Streikrecht. In der Bahn-Gewerkschaft Transnet sind rund 250.000 Angestellte organisiert.

Arbeitgeber warnen vor Streik im Güterverkehr

Die GDL will nach einer morgigen Entscheidung des sächsischen Landesarbeitsgerichts in Chemnitz über weitere Streiks entscheiden. Das Gericht urteilt über das Streikverbot im Güter- und Fernverkehr. Sollten die Richter dieses Verbot kippen, wollen die Lokführer nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Wochenende an auch Gütertransporte behindern.

Der Arbeitgeberverband warnte die GDL davor, die Streiks auf den Güterverkehr auszudehnen. "Solche Streiks haben einen hohen gesamtwirtschaftlichen Schaden zur Folge", erklärte Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt heute. Die ständigen Streikandrohungen und Streikaktionen richteten bereits jetzt erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden an. Die von der GDL geplante Einbeziehung des Güterverkehrs in die Arbeitsniederlegungen würde weite Teile der Wirtschaft beeinträchtigen. Dies stehe in keinem Verhältnis zu den Zielen der Gewerkschaft.

In der GDL kursieren dagegen nach Informationen von SPIEGEL ONLINE Überlegungen, ausschließlich im Güterverkehr zu streiken, um die Pendler und Bahn-Passagiere durch weitere Streiks nicht zu verärgern. In Umfragen war die Zustimmung der Bahn-Reisenden zu den Forderungen der Lokführer mit jedem weiteren Streik gesunken.

kaz/AP/ddp/Reuters

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