Bahn-Liveticker: Aktuelle Streikmeldungen im Überblick - DER SPIEGEL
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Bahn-Liveticker Aktuelle Streikmeldungen im Überblick

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

+++ Gewerkschaft bricht Bahnstreik in Frankreich ab +++

[17.07] In Frankreich schert eine erste Bahngewerkschaft aus der Streikfront aus. Die CFDT erklärt, sie werde die Streiks aussetzen. Im Gegenzug verlangt die Arbeitnehmervertretung von der Regierung "den sofortigen Beginn von Verhandlungen" über die Reform der Frührente bei Staatsbetrieben. Die CFDT ist bei der Staatsbahn SNCF die viertgrößte Arbeitnehmervertretung und vertritt generell einen moderaten Kurs. Insgesamt beteiligen sich nun noch sechs Gewerkschaften an dem Streik, der am Dienstagabend begonnen hatte.

+++ Bahn hofft auf normalen Betrieb am Samstag +++

[16.15] Bei der Deutschen Bahn laufen Vorbereitungen für das Streikende. "Wir wollen am Samstag den ganz normalen Fahrplan realisieren", sagt ein Sprecher. Dafür seien umfangreiche Maßnahmen erforderlich. Laut Bahn sind Verspätungen oder der Ausfall einzelner Züge aber auch morgen nicht auszuschließen. Der Arbeitskampf der GDL endet Samstagfrüh um zwei Uhr.

+++ Stahlkocher melden Nachschubprobleme +++

[16.01] Die ostdeutsche Stahlbranche leidet unter dem Bahnstreik besonders. "Die Elektro-Stahlwerke in Ostdeutschland, die auf eine hundertprozentige Versorgung mit Recycling-Schrott angewiesen sind, tun sich sehr schwer", sagt der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Dieter Ameling. In Westdeutschland sei die Lage weniger dramatisch.

+++ "Geheimdiplomatie" für neue Gespräche läuft +++

[15.55] Kurz vor Ablauf des Streiks kommt Bewegung in den Tarifstreit. "Die Geheimdiplomatie läuft", sagt der stellvertretende Vorsitzende der GDL, Günther Kinscher. Die Bundesregierung zeige deutliche Bemühungen, bei den Verantwortlichen von Bahn und GDL die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme von Gesprächen auszuloten. Wenn die Bemühungen funktionierten, könne es schon bald dazu kommen. Allerdings müsse die Bahn aus GDL-Sicht ein neues Angebot vorlegen.

+++ Bahn-Aufsichtsratsmitglied für neuen Moderator +++

[15.45] Bahn-Aufsichtsratsmitglied Georg Brunnhuber hat die Einschaltung eines neuen "objektiven Moderators" im Tarifstreit mit der GDL angeregt. "Es kann nur einer sein, und der schlägt es durch und sagt so, das ist es jetzt, das müsst ihr unterschreiben", sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete im Deutschlandfunk.

+++ SPD gegen Ost-Einsatz von West-Lokführern +++

[15.26] Der sächsische Wirtschaftsminister Thomas Jurk spricht sich gegen einen Einsatz von verbeamteten westdeutschen Lokführern in Ostdeutschland aus. "Man sollte Ost gegen West nicht gegeneinander ausspielen", sagt der SPD-Politiker. Dagegen hat Landesfinanzminister Stanislaw Tillich (CDU) an die Bahn appelliert, die für Ostdeutschland besonders nachteiligen Streikfolgen auszugleichen, zum Beispiel mit einem vorübergehenden Einsatz westdeutschen Personals.

+++ Weniger Staus als sonst an Freitagen +++

[15.14] Trotz des Lokführer-Streiks ist wenig los auf den Straßen: "Es ist sehr untypisch, und wir können uns das kaum erklären", sagt Verkehrsexpertin Maxi Hartung vom ADAC. Sie vermutet, dass viele Pendler einen Resturlaubstag genommen haben. "Warum sonst hätte heute weniger los sein sollen als an einem normalen Freitag?" Schon gestern waren viele Pendler früher losgefahren als sonst und hatten damit den Berufsverkehr entzerrt.

+++ GDL scheitert vor Gericht +++

[14.07] Die GDL scheitert endgültig mit dem Versuch, ihre Schlagkraft mit Hilfe einstweiliger Verfügungen zu erhöhen. Die Gewerkschaft wollte verbieten lassen, dass Streikwillige zu Notdiensten eingeteilt und Beamte kurzfristig als Ersatz für Streikende eingesetzt werden. Das Hessische Landesarbeitsgericht weist den Antrag der GDL in zweiter Instanz zurück (Az.: 9 SaGa 1695/07).

+++ Audi-Werk in Brüssel arbeitet ab Montag wieder +++

[14.06] Das vom deutschen Bahnstreik lahm gelegte Audi-Werk in Brüssel will am Montag die Produktion wieder aufnehmen. Nachdem das Werk auch heute stillstand, rief das Unternehmen rund zehn Prozent der vom Produktionsstillstand betroffenen 800 Mitarbeiter der Freitagsschicht an ihre Arbeitsplätze zurück. Sie sollten die Produktionsanlagen vorbereiten, dass die nächste Schicht am Montag reibungslos mit der Arbeit beginnen könne, sagte ein Unternehmenssprecher.

+++ Bahn-Tarifpartner treffen sich im Fernsehen +++

[14.04] Spitzenvertreter der Tarifparteien im Konflikt bei der Bahn treffen sich an diesem Sonntag - in einem Fernsehstudio. Zur ARD-Talkshow "Anne Will" werden Bahn-Personalvorstand Margret Suckale und der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Manfred Schell, erwartet. Weitere Gäste werden der Chef der größten Bahngewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, und Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) sein, der mit Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler als Moderator zwischen Bahn und GDL vermittelt hatte.

+++ Einzelhändler beklagen Kundenschwund +++

[13.46] Der Bahnstreik droht den Einzelhändlern das wichtige Weihnachtsgeschäft zu vermiesen. "Geschäfte berichten bereits über Kundenschwund und geringere Umsätze", sagte Hubertus Pellengahr vom Branchenverband HDE. "Das Problem ist, dass die Kunden nicht in die Städte kommen." Betroffen sind vor allem Läden in den Innenstädten, weil der Streik vielerorts den Nahverkehr lahm legt, hieß es. Auch die Geschäfte in den großen Bahnhöfen würden von weit weniger Reisenden frequentiert als üblich.

+++ Tiefensee erwartet schnelle Annäherung +++

[12.45] Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hofft im Lokführerstreik auf eine rasche Annäherung der Tarifparteien. "Wir sind mit beiden Seiten im intensiven Gespräch und erwarten möglicherweise schon zu Beginn kommender Woche erste Erfolge", sagte der SPD-Politiker. Trotz der laufenden Gespräche mit den Tarifparteien werde es aber keine direkte Einmischung der Bundesregierung in die Verhandlungen geben, betonte der Minister.

+++ Landesarbeitgsgericht weist GDL-Anträge zurück +++

[12.35] Das hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt hat drei Anträge der GDL auf einstweilige Verfügungen gegen die Bahn zurückgewiesen. Das Gericht erklärte, der Antrag gegen die Verpflichtung von Gewerkschaftsmitgliedern zu Notdienst- und Erhaltungsarbeiten sei zu unbestimmt. Die GDL hatte mit den Anträgen versucht, gerichtlich verbieten zu lassen, dass Streikwillige zu Notdiensten eingeteilt und Beamte kurzfristig als Ersatz für Streikende eingesetzt werden.

+++ Volle Züge beim Bahn-Konkurrenten Metronom +++

[11.54] Wegen des Lokführerstreiks der GDL steigen Fahrgäste vermehrt auf die Züge privater Eisenbahngesellschaften um. Vor allem die Pendlerzüge seien "deutlich voller" als gewöhnlich, sagte eine Sprecherin der Gesellschaft Metronom im niedersächsischen Uelzen. "Wir nehmen inzwischen viele Fahrgäste der Regionalbahnen auf."

+++ Schätzung: Streik kostet GDL eine Million Euro +++

[11.51] Der Arbeitskampf der Lokführer hat die Gewerkschaft GDL nach Schätzungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bisher rund eine Million Euro gekostet. Allein der aktuelle 62-Stunden-Ausstand schlage mit rund 500.000 Euro zu Buche, sagte der Tarifexperte des arbeitgebernahen Instituts, Hagen Lesch. Weitere 500.000 Euro seien für die anderen Streikaktionen seit dem 30. September angefallen. Das IW gehe von rund 60 Euro Streikgeld pro Tag und Lokführer aus. Damit könnte die Gewerkschaft einen Arbeitskampf bis Februar 2008 finanzieren.

+++ Bahnstreik-Gipfel bei "Anne Will" +++

[11.47] Showdown bei "Anne Will": Im festgefahrenen Tarifstreit zwischen Bahn und GDL treffen die Spitzen beider Seiten am Sonntagabend in der ARD-Fernsehsendung aufeinander. Bahn-Personalvorstand Margret Suckale werde ebenso teilnehmen wie GDL-Chef Manfred Schell. Der Konzern und die Gewerkschaft bestätigten damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland". Die Produktionsfirma wollte sich nicht äußern.

+++ Chaos im Hamburger Hafen bleibt aus +++

[11.44] Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL hat nicht zu dem befürchtete Stillstand in Güter- oder Personenverkehr geführt. "Es läuft noch", sagte Christiane Kuhrt, Sprecherin des Hafenbetreibers Hamburg Port Authority (HPA). Das große Chaos sei ausgeblieben. Die Hälfte der Güterzüge im Hafen waren den Informationen zufolge verspätet oder fielen aus, an den Terminals herrschten aber keine Platzprobleme wegen liegengebliebener Waren.

+++ Verhandlungen in Frankreich in der Sackgasse +++

[11.39] Beim Eisenbahnerstreik in Frankreich ist kein Ende in Sicht. Heute verkehrten bei der Staatsbahn SNCF nur jeder dritte TGV-Hochgeschwindigkeitszug und die Hälfte der Regionalzüge. Während die Gewerkschaftsführer zu Verhandlungen bereit sind, ist ein harter Kern der Mitglieder offenbar dagegen. "Die Basis rebelliert", titelte die Zeitung "Libération". Um Paris entstanden am Morgen rund 250 Kilometer Stau, weil viele Berufstätige mit dem Auto zur Arbeit fuhren.

+++ GDL beharrt auf neuem Angebot +++

[11.33] Der GDL-Vizevorsitzende Claus Weselsky hat bekräftigte, dass die Gewerkschaft nur verhandle, wenn die Bahn ein neues Angebot vorlege. Wenn das Unternehmen dieser Forderung bis Montag nicht nachkomme, werde die GDL am Montag oder Dienstag entscheiden, wie es weitergehe. "Der Druck aus der Mitgliedschaft ist groß zu unbefristeten Streiks", sagte Weselsky.

+++ Arbeitsgericht verhandelt über Schadensersatz +++

[11.11] Das Arbeitsgericht Frankfurt wird am 7. Dezember über die millionenschwere Schadenersatzklage der Deutschen Bahn gegen die Lokführergewerkschaft GDL verhandeln. Mit einem Urteil rechnet der Präsident des Arbeitsgerichts, Jürgen Schuldt, im Februar oder März nächsten Jahres. "Die entscheidende Frage wird sein, ob der Streik rechtmäßig war. Davon hängt ab, ob die Bahn Anspruch auf Schadenersatz hat."

+++ GDL hält Streiks bis ins neue Jahr für möglich +++

[10.58] Der GDL-Bezirksvorsitzende Hans-Joachim Kernchen hält nach eigenen Worten einen Streik bis ins neue Jahr für möglich. "Den Atem dazu haben wir, ja. Das werden wir dann, wenn es sein muss, auch durchziehen", sagte der Bezirksvorsitzende für Berlin, Brandenburg und Sachsen dem Sender N24. Auf die Frage, ob ein unbefristeter Streik bereits ab Mittwoch möglich wäre, sagte Kernchen: "Das wäre zum Beispiel ein Szenario, richtig."

+++ Ruhiger Berufsverkehr trotz Bahnstreik +++

[10.11] Trotz des Lokführerstreiks hat es im Berufsverkehr weit weniger Staus und Behinderungen gegeben als am Vortag. "Es war sehr ruhig heute, viel ruhiger als gestern", sagte ADAC-Verkehrsexpertin Maxi Hartung. Der Berufsverkehr habe erneut früher eingesetzt und etwas länger angehalten, es habe aber weniger Staus gegeben als an normalen Freitagen. "Viele Leute haben sich offenbar freigenommen", sagte Hartung

+++ Streik trifft Hamburger Hafen +++

[10.05] Der Streik bereitet dem Hamburger Hafen zunehmend Probleme. Etwa 50 Prozent der Züge fallen aus oder haben teilweise erhebliche Verspätungen, wie eine Sprecherin der Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) sagte. Allerdings sei die Situation nicht daramtisch. Die Entladung der Schiffe an den Terminals funktioniere. Es sei voll im Hafen, gebe aber immer noch Platz: "Es gibt keine riesigen Staus" Bis zum geplanten Ende des Streiks kann den Angaben zufolge das Notprogramm durchgehalten werden. Die Arbeit beginne danach. Wenn alle wartenden Züge aus dem Hinterland wieder in den Hafen könnten, "haben wir hier richtig viel zu tun", sagte die Sprecherin.

+++ Experte fürchtet Imageverlust der Bahn +++

[9.38] Der Streik der Lokführer im Güterverkehr hat nach Expertenansicht langfristig gravierende Folgen für das Verhältnis der Bahn zu ihren Kunden. "Der Imageverlust wiegt auf Dauer möglicherweise schwerer als die kurzfristigen wirtschaftlichen Schäden, die jetzt auftreten", sagte der Erfurter Professor für Eisenbahnwesen, Thomas Berndt. Dadurch könne sich der Arbeitskampf für die Lokführer als Bumerang erweisen. "Sie sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen."

+++ Transportgewerbe fürchtet um Weihnachtsgeschäft +++

[9.32] Bei unbefristeten Streiks im Güterverkehr fürchtet das Verkehrsgewerbe um das wichtige Weihnachtsgeschäft. Es könnten Lücken in den Regalen entstehen, wenn Seecontainer von den Häfen nicht mehr zeitnah ins Binnenland gebracht werden könnten, sagte der Präsident des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe Niedersachsen, Adalbert Wandt. Betroffen sein könnten aus Übersee importierte Textilien ebenso wie mit Schiffen angelieferte Lebensmittel.

+++ Weitere Streiks frühestens ab Dienstag +++

[9.28] Die GDL will am Montag über eine Fortsetzung des Streiks entscheiden. "Der jetzige Streik endet am Samstag um 2 Uhr, bis einschließlich Montag wird es dann keine Streiks geben", sagte die Sprecherin der GDL, Gerda Seibert. "Die Streikbereitschaft ist nach wie vor hoch und von der Basis besteht auch die Forderung nach einem unbefristeten Streik."

+++ Zugverkehr im Norden weiter eingeschränkt +++

[8.56] Der Zugverkehr in Schleswig-Holstein ist durch den Lokführerstreik weiterhin beeinträchtigt. Wegen des Notfahrplans der Bahn fielen in Kiel die Regionalbahnen nach Preetz und Eckernförde aus. Auch der ICE nach München wurde gestrichen. Die Bahnhöfe im Norden waren relativ leer, viele Pendler stiegen offensichtlich auf das Auto um. Nach Angaben des Kieler Lagezentrums kam es aber zu keinen längeren Staus. Beim Lübecker Hafen ist die Lage "ausgesprochen schwierig", statt 100 Waggons standen nur 14 zur Papierverladung bereit.

+++ Tiefensee fordert Verhandlungen +++

[8.41] Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat die Führungen der GDL und der Bahn gedrängt, noch am Wochenende über die Lösung ihres Tarifstreits zu verhandeln. "Wir werden schon am Wochenende unbedingt Verhandlungen brauchen", sagte der Minister in der ARD. Der "Eiertanz rund um den Verhandlungstisch" mit wechselseitigen Aufforderungen beider Seiten, Angebote auf den Tisch zu legen, müsse aufhören.

+++ Bahnstreiks gefährden den Aufschwung +++

[8.18] Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht bei einer Fortsetzung des Bahn-Streiks den Aufschwung in Gefahr. "Auf Dauer hat das Auswirkungen. Wir werden nicht produzieren können, wir werden Kurzarbeit haben", warnte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben in der ARD. "Und wir haben auch so etwas wie einen Image-Schaden", ergänzte er. Deutschlands Ruf als zuverlässiger Lieferant gerate in Gefahr.

+++ GDL kann sich Streiks "über Wochen" vorstellen +++

[8.00] Die GDL hat nicht vor, im Tarifkonflikt klein beizugeben: "Momentan sieht es aber nicht so aus, als wenn sich etwas bewegen würde", sagte der für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuständige GDL-Geschäftsführer, Ralph Leitloff, am Morgen in Halle. Nun könnten die Lokführer entweder einknicken oder "weitermachen, bis sich auf den Gleisen gar nichts mehr bewegt." Dabei wolle man nicht unbefristet bis zum St. Nimmerleinstag streiken. "Aber immer wieder längere Streiks über Wochen können wir uns vorstellen", sagte Leitloff.

+++ Behinderungen auch in Baden-Württemberg +++

[7.49] Der Lokführer-Streik hat auch in Baden-Württemberg wieder zu starken Behinderungen im Bahn- und Straßenverkehr geführt. Die Stuttgarter S-Bahn fuhr alle 30 Minuten auf drei von sonst sechs Linien, bei der S-Bahn Rhein-Neckar fuhren die Linien 1 bis 3 nur auf Teilabschnitten. Im Fernverkehr wurden fast alle Intercity-Züge gestrichen. Die ICEs und die internationalen Züge fuhren nach Bahnangaben aber größtenteils. Viele Straßen im Land waren wegen des Streiks am Morgen ungewöhnlich voll.

+++ Bevölkerung zeigt Verständnis für Streiks +++

[7.34] Trotz langer Wartezeiten, Staus und zerstopfter Bahnen zeigt die Mehrheit der Bevölkerung immer noch Verständnis für die Forderungen der Lokführer. Das geht aus einer aktuellen Allensbach-Umfrage für die "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" hervor. Danach haben immer noch 54 Prozent aller Befragten Verständnis, 14 Prozent sind unentschieden und nur ein Drittel, nämlich 32 Prozent, zeigen kein Verständnis für die Streiks.

+++ Streik legt weite Teile Norddeutschlands lahm +++

[7.22] Der Streik hat auch am dritten Tag Auswirkungen auf den Zugverkehr in Norddeutschland. Die Züge der S-Bahn Hannover verkehren im Zwei- Stunden- statt im Stundentakt. Auf einigen Strecken von und nach Bremen gebe es einen Busersatzverkehr, so zum Beispiel Richtung Oldenburg, Verden und Twistringen sowie zwischen Goslar, Hildesheim und Hannover. Die Züge zwischen Hannover und Wolfsburg fallen ganz aus.

+++ Stillstand vor allem im Osten +++

[7.21] Der Streik trifft wie schon in den vergangenen Tagen vor allem den Osten Deutschlands: Heute Morgen ging auf den Gleisen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nahezu nichts mehr. Nach Angaben der Bahn entwickelt sich die Versorgungslage in den neuen Bundesländern dramatisch. Es könnten nur noch die für die Versorgung wichtigsten Züge fahren.

+++ Brandanschläge auf Fahrzeuge der Bahn +++

[6.42] Am frühen Morgen sind in Berlin-Kreuzberg auf zwei Fahrzeuge der Deutschen Bahn Brandanschläge verübt worden. Unbekannte zündeten die beiden Fahrzeuge am Paul-Lincke-Ufer an, wie die Polizei mitteilte. Da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen wird, habe der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen.

+++ Transnet warnt vor Ausgliederung +++

[5.58] Der Vorsitzende der Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, hat vor einer möglichen Ausgliederung der Lokomotivführer in eine Servicegesellschaft gewarnt. "Diese Lösung birgt Risiken. Der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis 2010 könnte ausgehebelt werden", sagte Hansen der "Frankfurter Rundschau"

+++ Flughafen Berlin-Schönefeld mit Bus und Bahn +++

[5.55] Wegen des Streiks der Lokführer empfiehlt die Deutsche Bahn Flugreisenden aus Berlin und Brandenburg, den Flughafen Berlin-Schönefeld mit der BVG anzufahren. Dafür sollten die U-Bahnlinie U 7 bis Rudow und anschließend die Buslinie 171 genutzt werden, sagte ein Bahnsprecher. Auch die Regionalbahn RB 22 zwischen Potsdam und Berlin-Schönefeld fahre nicht.

+++ Situation im Güterverkehr "dramatisch" +++

[5.59] Am dritten Tag der neuen Streikwelle im Tarifkonflikt bei der Bahn hat sich Lage im Güterverkehr "dramatisch zugespitzt". Das sagte ein Bahnsprecher heute Morgen. "In Ostdeutschland werden nur noch die ganz wichtigen Versorgungszüge gefahren." Im Westen könne dagegen noch eine Grundversorgung aufrechterhalten werden.

+++ Starke Behinderungen in Brandenburg +++

[5.38] Der S-Bahnverkehr in Berlin und der Regionalbahnverkehr in Brandenburg sind erneut stark behindert. In Berlin fahren heute viele S-Bahnen nur im 20-Minuten-Takt. Die S 45, S 8 und S 85 fahren gar nicht.

+++ Regierung will sich raushalten +++

[5.15] Trotz des längsten Streiks in der Geschichte der Bahn will sich die Bundesregierung weiterhin aus dem Tarifkonflikt heraushalten. "Wir achten die Tarifautonomie", sagte Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) im ZDF. Er appellierte zugleich an die Lokführergewerkschaft GDL und den Bahnvorstand, auf Basis des Moderationsergebnisses wieder zu verhandeln. "Wir brauchen die Verhandlungen miteinander, damit der Streik zu Ende geht."

+++ Probleme im Hafen erwartet +++

[3.32] Im Hamburger Hafen wird eine weitere Verschärfung der Probleme erwartet. Die Lage bei den Container Terminals sei aber relativ entspannt, weil auch die Zahl der ankommenden Container gesunken sei, hieß es bei der Hamburg Port Authority. Mit zunehmender Streiklänge wachsen nach Einschätzung des Zentralverbands der Deutschen Seehafenbetriebe jedoch die Probleme.

+++ Streikkasse reicht bis Februar +++

[3.32] Die Streikkasse der Lokführergewerkschaft GDL reicht Expertenschätzungen zufolge bis Februar. Realistisch sei eine Summe von 15 Millionen Euro, sagte Hagen Lesch vom Institut der deutschen Wirtschaft der "Bild"- Zeitung. "Treten pro Tag rund 3000 Lokführer in den Ausstand, reicht die Streikkasse theoretisch zwölf Wochen."

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