Bahn: Mehdorn befürchtet finanziellen Kollaps - DER SPIEGEL
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Bahn Mehdorn befürchtet finanziellen Kollaps

Der neue Bahnchef Hartmut Mehdorn hat sich darüber beklagt, dass Bund und Länder zu wenig Finanzhilfen für eine Sanierung der Bahn bereitstellen. Er plant, Züge nur noch dort fahren zu lassen, wo es wirtschaftlich ist.
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Berlin - Nach den Worten des Bahnchefs müssen Politiker klarer Farbe bekennen, wie es mit der Bahn weitergehen soll. Mehdorn verlangte "ein politisches Gesamtkonzept, welche Bahn dieses Land auf Dauer braucht und will". Allein für die Umsetzung des neuen Netzkonzeptes fehlten schon heute jährlich Milliarden. Es müssten fest geplante "und sogar einige bereits in Bau befindliche Projekte zum Teil bis über das Jahr 2009" hinaus verschoben werden.

Als Maßnahmen gegen den drohenden finanziellen Kollaps der Bahn kündigte Mehdorn an, noch in diesem Jahr ein Konzept für den Personen- und Güterverkehr vorzulegen.

Das Konzept habe das Ziel, den Schienenverkehr nur noch dort aufrechtzuerhalten, wo er wirtschaftlich ist. Das müsse auch gegen zu erwartende politische und öffentliche Widerstände durchgezogen werden.

Die Bahn hat im vergangenen Jahr ein Ergebnis von 177 Millionen Mark erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahresergebnis von 394 Millionen Mark schrumpfte der Gewinn um mehr als 50 Prozent. Dabei war der Umsatz um 1,8 Prozent auf 30,6 Milliarden Mark gestiegen. Das reine Betriebsergebnis wies Verluste in Höhe von 170 Millionen Mark auf.

Die Umsätze im Fern- und Regionalverkehr entwickelten sich jeweils positiv, der Frachtumsatz ging dagegen um 2,3 Prozent auf 6,9 Milliarden Mark zurück. Der Konzern beschäftigte am Jahresende 241.638 Mitarbeiter, 4,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Mehdorn versprach, die Vergabe von Großprojekten neu zu regeln. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die ICE-Strecke Köln-Frankfurt und der Bau des Lehrter Bahnhofs in Berlin um insgesamt fünf Milliarden Mark teurer werden als bisher angenommen.