Bahn Mit Gewinnsprung Richtung Börse
Frankfurt am Main - Unter anderem wegen der Fußball-WM und der anziehenden Konjunktur verdoppelte sich im ersten Halbjahr 2006 der Gewinn. Für das Gesamtjahr ist die Bahn nun deutlich optimistischer als bislang. Der Betriebsgewinn sei zwischen Januar und Juni auf 936 Millionen Euro geklettert, teilte das Unternehmen mit. Dies sei eine Steigerung um 480 Millionen Euro.
Der Umsatz habe 14,5 Milliarden Euro betragen. Ohne Berücksichtigung des zugekauften US-Logistikers Bax entspreche dies einem Plus von acht Prozent. Der Konzern gehe nun für 2006 von einem Umsatz von 28,5 Milliarden Euro sowie einem Betriebsgewinn (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von 1,9 Milliarden Euro aus. Bisher hatte die Bahn gut 1,6 Milliarden erwartet.
"Wir melden das Unternehmen damit kapitalmarktfähig", sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn. Er betonte, dass neben dem lange Zeit schwächelnden Fernverkehr nun auch der Schienen-Güterverkehr die Trendwende geschafft habe. Die anziehende Konjunktur und die weltweit hohen Energiepreise machten die Schiene attraktiver, sagte Mehdorn. Beim Personenverkehr hätten sich die Fußball-WM und die Sonderangebote der Bahn bezahlt gemacht. So seien im ersten Halbjahr fast zwei Millionen Reisende mehr als im Vorjahr mit IC und ICE unterwegs gewesen.
Mehdorn betonte, das Gesamtsystem Bahn habe sich bewährt und man wolle daran festhalten. Das Unternehmen will in bestehender Form - also mit Schienennetz - an die Börse. Im Bundestag gibt es dagegen aber erheblichen Widerstand. Dort wird bei einer Abtrennung des Netzes mehr Verkehr auf der Schiene und weniger Diskriminierung von Wettbewerbern erwartet. Eine Entscheidung soll in den kommenden Wochen fallen.
tim/Reuters