Bahn ohne Plan - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 33 / 101

INVESTITIONEN Bahn ohne Plan

• aus DER SPIEGEL 51/2008
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein baldiger Verkauf von Anteilen der Deutschen Bahn an einen privaten Investor wird immer unwahrscheinlicher. Das Unternehmen hat auf seiner Aufsichtsratssitzung am Mittwoch vergangener Woche keinen Investitionsplan verabschiedet: Die Geschäftsaussichten sind derzeit für den Konzern äußerst schwer abschätzbar. So werden aufgrund der Wirtschaftskrise in allen Bereichen Umsatzeinbrüche von 15 Prozent oder mehr erwartet. Welche Investitionen nächstes Jahr in Angriff genommen werden, darüber soll das Kontrollgremium nun in einer Sondersitzung im April auf Grundlage der Zahlen für das erste Quartal entscheiden. Die Bundesregierung hat zwar den geplanten Börsengang der Verkehrs- und Logistiktochter der Bahn wegen der schwierigen Wirtschaftslage und des ebenso schwierigen Börsenumfelds verschoben, doch Bahn-Chef Hartmut Mehdorn versucht weiter, außerbörsliche Investoren zu finden, zumindest für einen Teil der zu privatisierenden Tranche. Zuletzt liefen dazu noch Verhandlungen mit der russischen Staatsbahn. Das Interesse potentieller Käufer dürfte allerdings angesichts der Ungewissheit über die geschäftliche Entwicklung deutlich zurückgehen. Unterdessen sinkt auch bei Gewerkschaftsvertretern die Unterstützung für das Projekt. Sie vermuten, Mehdorn wolle mit dem Teilverkauf an Investoren in erster Linie die Privatisierung auch für die Zeit nach der Bundestagswahl 2009 unumkehrbar machen.

Zur Ausgabe
Artikel 33 / 101