Bahn Rosskur im Güterverkehr
Hamburg - Die DB Cargo, Frachtgesellschaft der Deutschen Bahn AG, wolle im kommenden Jahr etwa 1000 der insgesamt 2000 so genannten Güterverkehrspunkte aufgeben. Das berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf Unternehmenskreise. Eine Sprecherin der DB Cargo wollte den Bericht am Dienstag nicht kommentieren. Die DB Cargo will das neue Güterverkehrskonzept am Mittwoch im Detail vorstellen.
Nach Informationen der "FTD" sollen mehr als 90 Prozent der unrentablen Standorte, die die Firmenkunden an das Bahnnetz anbinden, voraussichtlich dichtgemacht werden. Die Bahn verdiene hier häufig nicht einmal ihre Kosten. "Sie können davon ausgehen, dass dabei auch prominente Unternehmen ihren Gleisanschluss verlieren werden", hieß es der Zeitung zufolge bei der Bahn. Die verbleibenden Stationen sollen von privaten oder regionalen Bahnen übernommen werden. Mit diesen werde derzeit verhandelt.
Der stellvertretende Vorsitzende des Bahn-Aufsichtsrats, Norbert Hansen, habe die Pläne bestätigt. "Zum ersten Mal reduziert die Bahn damit eine Leistung, weil die finanzielle Situation kein offensives Marktangebot mehr zulässt", sagte Hansen der "FTD". Soweit sich dies rentabel bewerkstelligen lässt, sollen die bisherigen Schienentransporte über die Straße durchgeführt werden. Die Bahn will dazu verstärkt mit dem Logistiker Stinnes zusammenarbeiten. Bereits Mitte des Jahres wurde ein gemeinsames Joint Venture namens Rail-Log beschlossen.