Bahn-Tarifkonflikt: Lokführer bestehen auf Lohnforderungen - DER SPIEGEL
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Bahn-Tarifkonflikt Lokführer bestehen auf Lohnforderungen

Die Tarifparteien verhandeln zwar wieder, ihre Positionen liegen aber unverändert weit auseinander: Die Lokführer fordern nach wie vor fast 30 Prozent mehr Gehalt - und auch Transnet und GDBA hoffen auf mehr als die vereinbarten 4,5 Prozent.
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Frankfurt am Main - "Der Bahnvorstand braucht keine Einarbeitungszeit, wir können zügig mit den Verhandlungen beginnen", sagte der GDL-Bundesvorsitzende Manfred Schell, nachdem er dem Bahnvorstand den Forderungskatalog übergeben hatte. Das klang wie eine Pointe, war im Prinzip aber vollkommen ernst gemeint: Denn das Papier enthält im Wesentlichen die gleichen Forderungen, die die Gewerkschaft schon im März dieses Jahres formuliert hatte.

Die Forderungen gelten zunächst nur für Lokomotivführer. "Wir werden jedoch alles daran setzen, dass die von der GDL erzielten Verbesserungen beim Entgelt und bei den Arbeitszeitregelungen auf das Zugbegleitpersonal übertragen werden", sagte Schell.

Zu den wichtigsten Anliegen der GDL zählen ein Eingangsentgelt für Lokomotivführer in Höhe von 2500 Euro, statt wie bisher knapp 2000 Euro, außerdem soll eine stufenweise Entgelterhöhung bis zu 3000 Euro im Verlauf der Dienstjahre in Aussicht gestellt werden. Hinzu kommt die Reduzierung der Arbeitszeit um eine Stunde. Die Verhandlungen sollen bis zum 30. September 2007 abgeschlossen sein. "Wir haben somit einen anspruchsvollen Fahrplan vor uns", sagte der GDL-Bundesvorsitzende.

Die Bahn wollte die Forderungen der Lokführer heute nicht bewerten. Man sei allerdings zuversichtlich, dass man schnell in Verhandlungen eintreten und zügig zu einem Ergebnis kommen werde, sagte Bahnsprecher Uwe Herz.

Weder Bahn noch GDL wollten jedoch einen konkreten Verhandlungstermin nennen. GDL-Sprecherin Gerda Seibert erklärte, man wolle sich zuvor mit den anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA abstimmen. Geplant sind nach ihren Angaben aber keine gemeinsamen, sondern parallel stattfindende Verhandlungen mit der Bahn.

Bahn und Lokführergewerkschaft hatten sich auf ein Verfahren zur Einigung verständigt, das auch die Konkurrenzgewerkschaften Transnet und GDBA einschließt. Bis Ende September sollen neue Entgeltstrukturen für alle Beschäftigten vereinbart werden. Die GDL verhandelt dabei federführend für alle Lokführer über eine neue Entgeltstruktur.

GDL-Chef Schell lobte im Bayerischen Rundfunk die Arbeit der Vermittler Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler: "Die beiden haben sich absolut neutral verhalten und mit viel Mühe ist es ihnen ja auch gelungen, am Montagabend diesen Kompromiss, den ich als Licht und Schatten bezeichne, noch zu Stande zu bringen." Im Sender N24 sagte Schell, er sei zuversichtlich für eine Einigung im September - "mit namhaften Zuwächsen insbesondere im Entgelt und Verbesserungen bei der Arbeitszeit".

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, sieht die Verständigung der Vermittler im Tarifstreit bei der Bahn als Chance für die weiteren Verhandlungen. Es gehe nun darum, ein faires Entgeltsystem für alle Beschäftigten zu finden, sagte Hansen im Deutschlandradio Kultur. Der Gewerkschaftschef denkt sogar an eine Lohnsteigerung für alle über die bereits vereinbarten 4,5 Prozent hinaus. "Wir gehen davon aus, dass wir mehr rausholen", erklärte er dazu. Weil es über 100 Tätigkeiten bei der Bahn gebe, habe Transnet die Forderungen bewusst nicht beziffert.

Hansen betonte aber, dass es bei den Verhandlungen nicht um einen Tarifwettlauf zwischen den Gewerkschaften gehen dürfe. Die Bahn müsse wissen, dass sich die drei Gewerkschaften in der Sache einig seien.

Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte bereits in der vergangenen Woche gewarnt, den "wirtschaftlichen Erfolg nun zu konsumieren oder zu verteilen". Schon für den geltenden Abschluss mit Transnet und GDBA mit einem Einkommenszuwachs von 4,5 Prozent sei der Konzern an die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen. Er koste jährlich 250 Millionen Euro.

mik/AP/Reuters

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