Bahn-Tarifstreit: GDL-Chef Schell erwartet schnelle Einigung - DER SPIEGEL
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Bahn-Tarifstreit GDL-Chef Schell erwartet schnelle Einigung

Millionen Pendler können aufatmen: An diesem Montag wird es keine Streiks bei der Bahn geben. Soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Der Tarifkonflikt ist noch nicht beigelegt. Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft ist dennoch optimistisch.
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Neun Monate dauert er nun schon an, der Tarifstreit zwischen der Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL. Nun könnte er womöglich bald ein Ende finden: Der GDL-Vorsitzende Manfred Schell sagte nach der jüngsten Verhandlungsrunde im Bundesverkehrsministerium, dass eine Tarifvereinbarung bis zum 31. Januar erfolgreich erzielt werden könne.

Vertreter der Bahn und der Gewerkschaft hatten seit Mittwoch unter Vermittlung von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) an einem Tisch gesessen, um einer Lösung des Tarifkonflikts näherzukommen. Schell zeigte sich nach seiner Rückkehr nach Frankfurt sogar noch optimistischer: "Es kann am Dienstag schon ein Ergebnis geben."

Beide Seiten werden am Dienstag ihre Verhandlungen über Entgelt und Arbeitszeit fortsetzen. Schell behielt sich alle Optionen vor und schloss neue Arbeitsniederlegungen nicht aus: "Das halten wir uns in jedem Fall offen", sagte er.

"Völlig neue Dynamik"

Bundesverkehrsminister Tiefensee sagte nach den vierstündigen Gesprächen mit den Kontrahenten am Samstagabend in Berlin, beide Seiten seien "in wesentlichen Fragen" vorangekommen. "Schwierigster Brocken" sei noch die künftige Höhe der Einkommen für die Lokführer. Tiefensee sagte, in den Tarifverhandlungen sei eine "völlig neue Dynamik entstanden". Es gebe eine "große Bereitschaft beider Seiten, schnellstmöglich zu einem Ergebnis zu kommen".

Kernpunkt der Auseinandersetzung sei weiterhin die Lohnforderung. Zudem seien noch "letzte Fragen zur Arbeitszeit" ungelöst, sagte Tiefensee. "Es hakt noch an einigem." Einigung bestehe nach derzeitigem Stand aber in der Frage eines eigenständigen Tarifvertrages, berichtete Schell. Dies war jahrelang einer der Kernforderungen der Gewerkschaft, die sich von den beiden konkurrierenden Bahngewerkschaften Transnet und GDBA abgrenzen will.

Die vereinbarten Eckpunkte von GDL und Bahn

Die GDL hatte damit gedroht, von Montag an den Fern-, Nah- und Güterverkehr bundesweit zu bestreiken. Der Verkehrsminister hatte die Tarifparteien erst kurz vor Weihnachten zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch bewegt, nachdem die GDL kurz zuvor das Scheitern der Gespräche erklärt hatte.

Die Bahn nahm zum jüngsten Stand zunächst keine Stellung.

Die Gewerkschaft fordert mindestens zehn Prozent mehr Geld und einen eigenständigen Tarifvertrag. Die Bahn hatte der GDL zuletzt acht Prozent mehr Geld geboten, nach dem Abbruch der Gespräche durch die GDL aber alle Angebote zurückgezogen.

lub/dpa

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