Bahn-Tarifverhandlungen : Endspurt im Endlosstreit - DER SPIEGEL
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Bahn-Tarifverhandlungen Endspurt im Endlosstreit

Endspurt bei den Tarif-Verhandlungen für die Lokführer: Dieses Wochenende entscheidet sich, ob die Gewerkschaft GDL und der Bahn-Vorstand doch noch zu einer Einigung in der festgefahrenen Auseinandersetzung kommen. Gelingt das nicht, droht am Montag der Streik.
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Berlin - Nochmal verlängern geht nicht: Die Frist, die sich die GDL für eine streikfreie Zeit gesetzt hat, endet in der Nacht zum Montag. Bis zum Sonntag müssen die Gewerkschaft und der Bahn-Vorstand also spätestens zu einer Einigung kommen - oder sie gehen ergebnislos auseinander. Dann greift der Streikplan der GDL. Zwar beteuern beide Seiten, sie seien optimistisch, doch in der Auseinandersetzung schien eine Lösung schon mehrfach greifbar nahe - und platzte dann doch wieder.

GDL-Sprecher Maik Brandenburger hält es trotzdem für möglich, dass sogar morgen schon entschieden wird, wie es weiter geht. Sollte sich dann zeigen, dass die Gespräche auf einem guten Weg seien, werde nicht gestreikt. Heute wurden die Verhandlungen nach siebeneinhalb Stunden auf Morgen vertagt.

Bei den Verhandlungen geht es um die GDL-Forderung nach einer Entgelterhöhung im zweistelligen Prozentbereich und einem eigenständigen Tarifvertrag. Die Bahn wollte der GDL derartige Lohnerhöhungen nur gegen Mehrarbeit zugestehen.

Die Positionen waren so verhärtet, dass Gespräche im Dezember beispielsweise an den Fragen scheiterten, ob die GDL auch für Lokrangierführer spricht oder ob die Altersversorgung für Lokführer gesondert geregelt werden soll. Erst nach einem Vermittlungsgespräch mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) waren die Vertreter beider Seiten erneut zu Verhandlungen bereit.

Über den aktuellen Stand der Gespräche machten beide Seiten keine Angaben. In Verhandlungskreisen wurde jedoch klargestellt, dass es am Wochenende noch keinen fertigen Tarifvertrag geben könne, sondern bestenfalls einzelne Festlegungen. Der Grund: Derzeit wird eine komplett neue Tarifstruktur bei der Bahn ausgearbeitet, die spezifische Interessen von Berufsgruppen besser berücksichtigen soll. Einzelheiten bei Löhnen und Gehältern müssten deshalb mit der Tarifgemeinschaft aus Transnet und GDBA trilateral festgelegt werden, heißt es.

Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums in Berlin ließ am Freitag auch offen, ob es noch ein Gespräch mit Tiefensee gebe, um Streiks abzuwenden. Das Ministerium warte ab, was sich aus den Verhandlungen ergebe, "und dann werden wir sehen. Vorgreifen möchten wir jetzt noch nicht." Sollte doch ab Montag gestreikt werden, dann will die GDL Personen- und Güterverkehr lahmlegen. Bei der Ankündigung des Ausstands hatte die Gewerkschaft erklärt, man werde so lange die Arbeit niederlegen, bis der Bahn-Vorstand ein "verhandlungsfähiges Angebot" vorlege. Die Bahn hatte dagegen ein Schlichtungsverfahren gefordert. So etwas wird zwischen Tarifparteien normalerweise in einem gesonderten Vertrag geregelt. Das entsprechende Abkommen hatte die GDL jedoch gekündigt.

ase/AP/dpa

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