Bahngewerkschaft "Langfristig wird es keine Interregios mehr geben"
Hannover - Von den jüngsten Kürzungsplänen der Bahn werden nach Angaben der Eisenbahnergewerkschaft Transnet langfristig 5000 Beschäftigte betroffen sein. Das sagte der Transnet-Vorsitzende Norbert Hansen der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". Entlassungen werde es aber nicht geben: "Wir haben betriebsinterne Vereinbarungen, die das verhindern." Die Mitarbeiter müssten auf andere Stellen versetzt werden.
Hansen beklagte, das durch die Kürzungspläne das Gesamtangebot der Bahn weiter verschlechtert werde. "Langfristig wird es keine Interregios mehr geben." Betroffen seien vor allem Pendler zwischen mittelgroßen Städten sowie Touristen und ältere Leute ohne Führerschein.
Ein Bahnsprecher hatte am Donnerstag in Berlin erklärt, entgegen einem Zeitungsbericht gebe es keine Vorlage für den Aufsichtsrat der Bahn-Holding, dass bis zum Jahr 2005 rund 32,6 Millionen Zugkilometer im Fernverkehr gestrichen werden sollen. Dies wären rund 19 Prozent des heutigen Angebots. Bevor über die Entwicklung des Zugangebots entschieden werden könne, seien Beratungen mit den Verkehrsministern der Länder nötig, sagte der Sprecher.
In diesem Jahr wird die Bahn zum Fahrplanwechsel am 10. Juni 13 Millionen der rund 170 Millionen Zugkilometer aus dem Fernverkehr streichen. Dies geht vor allem auf die Einstellung eines großen Teils der Interregio-Züge zurück. 4,5 Millionen Zugkilometer werden im Nahverkehr aufgefangen, so dass für den Kunden unter dem Strich 8,5 Millionen Zugkilometer weniger gefahren werden.