Bahnsanierung Vogels Stuhl wackelt
Das berichtete die "Berliner Morgenpost" in ihrer Montagsausgabe unter Berufung auf Mitglieder des Aufsichtsrats. "Es wird bereits Ausschau gehalten, es gibt aber noch keinen heißen Favoriten", sagte einer der Aufsichtsräte.
Am vergangenen Donnerstag war schon erkennbar, dass Vogel die Rückendeckung der Bundesregierung verloren hatte. Bei dem Einweihungstermin der neuen Bahn-Verladestation für Porsche-Fahrzeuge in Kornwestheim hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder sich eindeutig hinter Mehdorn gestellt. Der gesamte Bahn-Aufsichtsrat sollte die Politik des Vorstandsvorsitzenden unterstützen, "und zwar ohne Ausnahme", betonte Schröder. Andernfalls müsse man "das ein oder andere ändern, wenn es nicht so ist". Bahnkenner bewerteten dies als Gelbe Karte für Vogel.
Der frühere Thyssen-Manager Vogel leitet seit März 1999 den Aufsichtsrat. Der 59-Jährige war dem früheren Bahnchef Heinz Dürr gefolgt, der das Amt aufgegeben hatte. Der ehemalige Airbus- und RWE-Manager Mehdorn führt den Bahnkonzern mit seinen 230.000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 30 Milliarden Mark seit Dezember 1999. Vogel und Mehdorn haben unterschiedliche Ansichten über die Sanierungspläne der Bahn.