Balsam-Pleite: Schlienkamp wird ausgeliefert - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Balsam-Pleite Schlienkamp wird ausgeliefert

Aus der Traum vom ungestörten Leben im Ferienparadies. Der auf den Philippinen festgenommene Klaus Schlienkamp, der als Finanzchef für die Milliarden-Pleite des Sportbodenherstellers Balsam mitverantwortlich ist, soll noch heute nach Deutschland ausgeliefert werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Manila - Der Chef der philippinischen Einwanderungsbehörde, Rufus Rodriguez, sagte, Schlienkamp sei wegen ungültiger Personalpapiere im Haus seiner einheimischen Frau in Cebu City festgenommen worden. Sein Pass sei vor einem Monat von den deutschen Behören für ungültig erklärt worden. "Die Festnahme von Herrn Schlienkamp zeigt, dass das Einwanderungsbüro weiter fest entschlossen ist, flüchtige Ausländer im Land festzunehmen", betonte Rodriguez. Der Ex-Manager werde in Begleitung von drei deutschen Polizisten mit einer Lufthansa-Linienmaschine nach Frankfurt fliegen.

Schlienkamp habe sich seit dem 17. Januar im Land aufgehalten, nachdem er zuvor in Hongkong und Neuseeland gewesen sei. "Ich liebe die Philippinen sehr", sagte der verurteilte Betrüger. Er hoffe, alle seine Probleme in Deutschland regeln zu können und wieder auf die Philippinen zurückkehren zu können. Das wollen die Behörden in Manila nicht zulassen und haben ihn auf die schwarze Liste unerwünschter Ausländer gesetzt.

Schlienkamp war als einer der Hauptverantwortlichen im Milliarden-Betrugsfall des ostwestfälischen Sportbodenherstellers Balsam im September 1999 in Abwesenheit zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Er hatte während des mehrjährigen Prozesses ein umfassendes Geständnis abgelegt und war dann am 10. November 1998 untergetaucht.

Durch die Betrügereien Schlienkamps, seines Chefs Friedel Balsam und weiterer Beteiligter waren 45 Banken um 1,5 Milliarden Mark geprellt worden. Der Gesamtschaden belief sich auf etwa 2,5 Milliarden Mark.