Bank-Umbau UBS will Tausende Jobs abbauen
Basel - Vor allem das Investment-Banking wird es treffen: Dem "Handelsblatt" zufolge erwarten Insider allein in dieser Sparte den Abbau von 3000 Jobs. Der radikale Sparplan solle kommende Woche bekannt gegeben werden. Im Sommer komme es dann möglicherweise zu weiteren Sparmaßnahmen, schätzen Beobachter dem Blatt zufolge. Die UBS verwies auf Nachfrage auf ein Interview, das Konzernchef Marcel Rohner vor wenigen Tagen gegeben hatte, in dem er Spekulationen über einen Abbau in Höhe von bis zu 4000 Stellen als zu hoch bezeichnet hatte.
Auf der heutigen Hauptversammlung war von Stellenabbau nicht explizit die Rede - lediglich von einer "Verschlankung" des Geschäftsmodells. Und der scheidende Verwaltungsratchef Marcel Ospel musste sich Kritik anhören. Kein Wunder: Das Institut musste infolge der Finanzkrise in nur neun Monaten umgerechnet fast 25 Milliarden Euro abschreiben. Der Verlust lag 2007 deshalb bei rund 2,7 Milliarden Euro.
Um aus der Krise herauszukommen, sollten die anwesenden 4000 Aktionäre auf der Hauptversammlung einer Kapitalerhöhung von rund 9,3 Milliarden Euro zustimmen.
Ospel versuchte außerdem, Optimismus zu verbreiten: "Es ist nicht meine Art, im Sturm sofort die Segel zu streichen", sagte der Präsident der Bank, die die Alinghi-Segeljacht sponsert: "Wenn ich nun heute trotzdem von Bord gehe, dann in der Überzeugung, dass wir das Schlimmste überstanden haben, dass das Sturmtief sich langsam verzieht, und dass wir bald wieder in ruhigeren Gewässern kreuzen werden."
Konzernchef Rohner sprach mit Blick auf das Jahresergebnis 2007 von einem katastrophalen Resultat und einem großen Vertrauensverlust. Die UBS habe beim Risikomanagement vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr gesehen und vor lauter Modellen und Prozessen die einfachen Fragen nicht mehr gestellt. Die Bank habe aber begonnen, die Risiken zu reduzieren. "Unsere problematischen Positionen sind heute noch ungefähr ein Drittel so groß wie Ende September 2007", sagte Rohner. Die Bank sei aber "immer noch im Risiko".
Der neue Verwaltungsratspräsident Peter Kurer will das Blatt auch im Verwaltungsrat wenden.
Neben der bereits angekündigten Abschaffung des dreiköpfigen Präsidialausschusses, der als Machtzentrum Ospels galt, sollen weitere Ausschüsse umbesetzt beziehungsweise neu eingesetzt werden. Klare Trennung der Verantwortlichkeiten zwischen Aufsichtsgremium und Geschäftsleitung, verbesserte Risikokontrolle, sorgfältige Nachfolgeplanung und Überprüfung der Vergütungssysteme sind die Stoßrichtung.
ase/AP/dpa