Bankenkreise: CoBRa steckt hinter den Gerüchten - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Bankenkreise CoBRa steckt hinter den Gerüchten

Nach Einschätzung von Frankfurter Bankern fehlt den Gerüchten um eine drohende Zerschlagung der Commerzbank jede realistische Basis. Sie vermuten, dass sie gezielt von der CoBRa Beteiligungsgesellschaft gestreut wurden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - "Das ist der größte Unsinn", hieß es in Frankfurter Bankenkreisen. Hinter den Zuträgern vermuten nicht nur die Commerzbank-Manager die Beteiligungsgesellschaft CoBRa, die ein 17-Prozent-Paket an der Nummer vier im deutschen Kreditgewerbe hält. "Die wollen Druck machen", lautet das am meisten gehandelte Motiv am Frankfurter Bankenplatz. Eine Fusion mit der Dresdner würde den CoBRa-Leuten nämlich kein Bargeld bringen. Am liebsten wäre ihnen ein ausländischer Übernehmer, der für die 17 Prozent einen kräftigen Aufschlag hinblättert.

Die neueste Gerüchte-Variante über ein feindliches Vorgehen der südeuropäischen Bündnispartner hat wiederum Spekulationen über den Großaktionär CoBRa ausgelöst. "Es gibt Anzeichen, dass die Kampfkraft bröckelt", raunt es selbst bei der Konkurrenz. Einige Einzelaktionäre, die ihre Stimmen an CoBRa übertragen hätten, wollten offensichtlich nicht mehr mitziehen. CoBRa hatte dementiert, das Aktienpaket den südeuropäischen Finanzinstituten angeboten zu haben.

Parallel zu den Querschlägern in den Medien werden die Verhandlungen zwischen der Dresdner und der Commerzbank über eine engere Zusammenarbeit intensiv fortgesetzt. "Derzeit ist noch völlig offen, was dabei herauskommt", sagte Commerzbank-Sprecher Ulrich Ramm. Von einer reinen Technologieplattform bis zur Fusion sei alles möglich. "Wir gehen von null bis hundert alles durch", betonte Ramm.