Bankenkrise: Staat prüft Noteinstieg bei Hypo Real Estate - DER SPIEGEL
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Bankenkrise Staat prüft Noteinstieg bei Hypo Real Estate

Der Bund steht Finanzinsidern zufolge nun auch vor dem Einstieg bei der angeschlagenen Hypo Real Estate. Der Immobilienfinanzierer brauche erneut Unterstützung, berichten mehrere Nachrichtenagenturen - dabei hat er schon 30 Milliarden Euro Staatshilfen erhalten.
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Frankfurt am Main/Berlin - Der Bund steht offenbar vor dem Einstieg bei der Hypo Real Estate (HRE)  . Das berichten die Nachrichtenagenturen dpa und Reuters. Die angeschlagene Immobilienbank benötige Parlaments- und Finanzinsidern zufolge neue Milliardenhilfen vom Staat.

HRE-Logo: Staat erwägt Einstieg

HRE-Logo: Staat erwägt Einstieg

Foto: DPA

"Die Teilverstaatlichung der Hypo Real Estate steht im Grundsatz fest", sagte ein mit der Angelegenheit vertrauter Banker. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa ist aber noch keine Entscheidung gefallen.

Verhandlungskreise berichten, der Bund sehe eine direkte Beteiligung an der HRE als eine von mehreren Möglichkeiten. Es würden verschiedene Modelle geprüft, um die Interessen der Steuerzahler zu schützen, hieß es weiter. Der Bund hatte erst vor kurzem angekündigt, sich mit gut 25 Prozent an der Commerzbank   zu beteiligen. Der zweite Staatszuschuss bei der HRE würde im Prinzip nach den gleichem Grundsätzen gewährt.

Beraten werde mit dem staatlichen Rettungsfonds Soffin zudem über eine Abspaltung des Staatsfinanzierers Depfa, dessen Probleme die Krise bei der Immobilienbank Ende 2008 ausgelöst hatten. Der Soffin und die Hypo Real Estate lehnten eine Stellungnahme ab.

80 Milliarden für die HRE-Rettung

Bund und Banken mussten die HRE bereits mit insgesamt 80 Milliarden Euro an Geld und Garantien vor dem Kollaps bewahren. Das Institut war im Zuge der internationalen Finanzkrise in massive Geldnöte geraten, die Probleme der irischen Tochter hatten Anfang Oktober fast zum Kollaps des Finanzkonzerns geführt.

Die Bundesregierung, ein Bankenkonsortium und die Bundesbank hatten bereits Anfang Oktober ein eigenes Rettungspaket in Höhe von insgesamt 50 Milliarden Euro für die Bank geschnürt. Zudem hat das im MDax   notierte Unternehmen aus dem nationalen Bankenrettungspaket 30 Milliarden Euro an Staatsgarantien erhalten. Derzeit verhandelt die HRE mit der Regierung über weitere Unterstützung.

Angesichts der Krise hatte sich die HRE ein Restrukturierungsprogramm verordnet. In den kommenden drei Jahren soll die Zahl der Mitarbeiter von derzeit rund 1800 auf etwa 1000 gesenkt werden. Zudem hat sich das Institut von mehreren Top-Manager getrennt. Sowohl der Bank als auch den vormaligen Führungskräften drohen jetzt Schadensersatzklagen.

mik/suc/Reuters