Bankenpleite in Berlin: Dubiose Verstrickungen mit Schuldnern - DER SPIEGEL
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Bankenpleite in Berlin Dubiose Verstrickungen mit Schuldnern

Die Ermittler in der Berliner Bankaffäre verfolgen eine neue Spur: Die Chefs der Pleitefirma Aubis erhielten 600 Millionen Mark Kredit, als sie über höchst persönliche Beziehungen zur Bankgesellschaft verfügten. Auf einem Teil der Schulden wird die Bank sitzen bleiben.
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Berlin - Bisher stand nur der Verdacht im Raum, die Kreditvergabe sei von den Aubis-Unternehmern und früheren CDU-Funktionären Klaus-Hermann Wienhold und Christian Neuling gefördert worden, indem sie zeitnah eine Bar-Spende von 40.000 Mark an den CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky übergaben. Dieser war Chef der Berlin-Hannoverschen Hypotheken-Bank (Berlin Hyp), einer Tochter der stadteigenen Bankgesellschaft Berlin. Die Spende war nicht ordnungsgemäß im Rechenschaftsbericht der CDU verbucht worden. Sowohl die Aubis-Chefs als auch Landowsky streiten einen Zusammenhang mit der Kreditvergabe vehement ab.

Personelle Verstrickung

Doch neben der Spende haben die Fahnder jetzt eine weiteres Indiz für die Verstrickung zwischen Bank und Kreditnehmer gefunden. Demnach verfügten die Aubis-Chefs möglicherweise über Insider-Kenntnisse aus der Bank. Die Lebensgefährtin von Wienhold, Hannelore Pottmann, war von 1991 bis 1993 Angestellte der Berlin Hyp und arbeitete im Kreditmeldewesen der Bank.

Pottmann hatte nach Aussagen von früheren Aubis-Mitarbeitern großen Einfluss im Aubis-Konzern, sie habe die Vollmacht über zahlreiche Konten der verschiedenen Firmen gehabt. Ganz offiziell war Pottmann Geschäftsführerin der AUBITEC Hausverwaltung GmbH und des Finanzdienstleisters Aubiprom. Eine "Pensionszusage" der Aubis für Wienhold über ein "lebenslängliches Ruhegeld in Höhe von jährlich 104.542 DM" wäre im Fall seines Ablebens in Teilen auf Pottmann übergegangen.

Gute Kontakte zur Berlin Hyp gehalten?

Wahrscheinlich, so vermuten Hyp-Kenner, habe Pottmann über ihr Ausscheiden aus der Hyp hinaus gute Kontakte in die Bank gehabt. Dies könnte erklären, warum die Aubis-Unternehmer ohne eine Mark Eigenkapital großzügig Kredite erhielten, mit denen sie Mitte der neunziger Jahre in Ostdeutschland Plattenbauten im großen Stil erwarben.

Auf das Engagement mit den rund 600 Millionen Mark ließ sich die Berlin Hyp ein, obwohl - so fanden jetzt Ermittler ebenfalls heraus - die Unternehmer Wienold und Neuling bei der Rückzahlung ihrer zuvor erhaltenen Privatkredite Probleme hatten. Letztlich platzten auch die Aubis-Kredite. Wegen der Pleite ermittelt die Staatsanwaltschaft ebenfalls gegen Neuling und Wienold wegen des Verdachts der Untreue. Der Verbleib eines zweistelligen Millionenbetrags aus dem Kredit ist bis heute ungeklärt. Erst kürzlich wurde im Zuge dieser Ermittlungen in 16 Objekten bundesweit nach Aubis-Akten gesucht.

Wie nah die Kontakte zwischen Aubis und der Berlin Hyp waren, zeigt auch eine Liste von Präsenten, die jetzt auftauchte. Danach wurden von Aubis Weihnachten 1998 führende Hyp-Banker und Hyp-Mitarbeiter mit Wein oder Porzellan der Königlichen Porzellanmanufaktur bedacht - darunter Vorstand Gerd-Ulrich Blümel, Vorstand Jürgen Noack und Hyp-Direktor Peter Haberling. Pikant auch: Auf der Präsente-Liste findet sich auch der Cottbuser Bürgermeister Waldemar Kleinschmidt (CDU), in dessen Stadt die Aubis einige tausend Plattenbauwohnungen erwarb.