Bankenrettung: "Verkauf der IKB kein Tabu" - DER SPIEGEL
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Bankenrettung "Verkauf der IKB kein Tabu"

Gerade erst ist sie mit Milliarden eingesprungen, jetzt hält die Bundesregierung den Verkauf der IKB für möglich: Finanzminister Steinbrück schließt nicht aus, die Beteiligung an der angeschlagenen Bank abzustoßen. Er fordert außerdem einen Umbau der Bankenlandschaft.
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Frankfurt am Main - Der Verkauf der IKB wäre grundsätzlich "kein Tabu", sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) heute auf einer Bankenkonferenz in Frankfurt am Main. "Dies ist keine Frage des Ob, sondern eine Frage des Wie." Es komme dabei darauf an, wie schön die Braut sei und natürlich auf den Zeitpunkt einer möglichen Transaktion. Der Bund hält indirekt über die staatliche Förderbank KfW rund 38 Prozent der IKB-Anteile.

Die IKB war im August durch ihre Investitionen in zweitklassige US-Immobilienkredite in Liquiditätsschwierigkeiten gekommen. Die KfW und der deutsche Bankensektor hatten daraufhin eine milliardenschwere Rettungsaktion für die IKB gestartet, um Schaden vom Finanzsektor insgesamt abzuwenden. Seitdem werden immer wieder Forderungen laut, die IKB nach einer erfolgreichen Sanierung zu verkaufen.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verteidigte auf der Frankfurter Konferenz die Rettungsaktion für die IKB  . Wenn die Deutsche Bank   nicht auf die Probleme hingewiesen hätte und an einem einzigen Wochenende mit Bundesbank, Finanzministerium und Bankenverbänden eine Lösung gefunden worden wäre, wäre es zu größten Verwerfungen am deutschen Markt gekommen, sagte Ackermann. Die Aktion sei exemplarisch für den Finanzplatz Deutschland und habe diesen vor großen Problemen gerettet, betonte der Manager.

Das gesamte Rettungspaket umfasst 3,5 Milliarden Euro. Die KfW übernimmt davon 2,5 Milliarden, die privaten Banken tragen 500 Millionen Euro. Auf Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Landesbanken entfallen die restlichen 500 Millionen.

Steinbrück forderte nach den Finanzmarktturbulenzen außerdem einen weiteren Umbau der deutschen Bankenlandschaft. Der Umbau der Landesbanken dränge. "Die Zeit sollte jetzt genutzt werden, um mindestens auf der Ebene der Landesbanken zu einer Konsolidierung zu kommen", forderte er. "Ein bloßes Festhalten am Status quo und ein Aussitzen wird für die beteiligten Institute nicht von Vorteil sein." Bei den öffentlich-rechtlichen Instituten wird seit Wochen um eine Übernahme der WestLB gerungen. Deutschland brauche mehr als eine oder zwei international leistungsfähig aufgestellte Bank, sagte Steinbrück.

Zugleich wies der Minister in Frankfurt Forderungen nach einer raschen Neuaufstellung der Bankenaufsicht zurück. Zunächst werde es eine Reform der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geben. "Dann werde ich mir die Reifezeit geben, zu beraten, wie die Bankenaufsicht qualitativ besser aufgestellt sein könnte", betonte Steinbrück. Als Zeitraum nannte er drei bis vier Monate.

sam/ddp/dpa-AFX