Bankgeschäfte EU will Kunden mehr Rechte geben
München - So sollen künftig die Gebühren für einen Bankenwechsel oder den Zahlungsverkehr über Grenzen hinweg günstiger werden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung", der nach eigenen Angaben ein Vorschlagspapier der Kommission vorliegt. Manche Banken verlangten für eine Kontoauflösung bis zu 80 Euro, diese Gebühren wolle Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein per Obergrenze deckeln.
Zugleich peilt die Kommission an, die organisatorischen Hürden beim Bankenwechsel einzureißen. Noch müssen Kunden selbst ihre Daueraufträge und andere regelmäßigen Abbuchungen umschreiben lassen. Das sollen künftig die Banken selbst oder ihre Dachorganisationen übernehmen. "Kunden wechseln selten die Bank, weil es zu kompliziert ist", zitiert das Blatt einen Bolkestein-Mitarbeiter. Der CSU-Europaabgeordnete Alexander Radwan pflichtet bei: "Statistisch wechseln Deutsche bisher häufiger ihren Ehepartner als ihre Bank."
Wenn die Kommission voraussichtlich im September ihre Vorschläge vorlegt, wird es vermutlich auch einen Passus geben, wonach die Banken ihre Kunden genauer über alle Gebühren und Zinsen sowie deren Zustandekommen informieren muss.
Die Banken-Lobby in Brüssel läuft schon Sturm gegen die Kommissionspläne. "Es ist ein schiefer Ansatz, in Europa alles gleich zu machen", zitiert die "Süddeutsche" einen Branchenvertreter. Die EU greife in die Vertrags- und Verhandlungsfreiheit der Geldinstitute und ihrer Kunden ein. "Viele Kunden wollen gar nicht europaweit nach einer neuen Bank suchen."