Bankgesellschaft Berlin Der Chef muss gehen
Berlin - Lothar Wackerbeck war bisher im Vorstand des angeschlagenen Berliner Bankkonzerns für das Großkunden- und Auslandsgeschäft verantwortlich. Thomas Kurze leitete das Anlagemanagement für die private Vermögensverwaltung.
Die Nachfolge Rupfs tritt sein bisheriger Stellvertreter Hans-Jörg Vetter an.
Der Aufsichtsrat, in dem der Berliner Senat als Mehrheitseigner das Sagen hat, war heute zusammengetreten, um über den künftigen Sanierungskurs für die landeseigene Bank zu beraten.
Die finanziell schwer angeschlagene Bankgesellschaft Berlin wird 4000 Stellen abbauen. Dies sei Teil eines Sanierungskonzepts, dem der Aufsichtsrat am Freitag zugestimmt habe, teilte das Unternehmen mit.
Im Mai dieses Jahres hatte das Land Berlin eine Kapitalerhöhung von vier Milliarden Mark für die Bankgesellschaft aufbringen müssen, um den Konzern vor dem Bankrott zu retten. Doch vermutlich wird auch diese Summe nicht ausreichen, um das Unternehmen zu sanieren.
Die Bank musste heute einräumen, dass auch im laufenden Jahr wieder rote Zahlen zu erwarten sind. Bereits in den ersten drei Quartalen habe das Betriebsergebnis minus 276 Millionen Euro betragen, teilte die Bank nach Ende der Aufsichtsratssitzung mit. Wesentliche Ursache dafür sei die weitere Risikovorsorge für Not leidende Altkredite aus dem Immobiliengeschäft, die allein 354 Millionen Euro betrage.
Um einer weiteren Kapitalerhöhung zun entgehen, will das Land Berlin nun die defizitäre und risikobelastete Immobiliengesellschaft (IBG/IBAG) aus dem Konzern herauslösen. Damit würde für dieser Geschäftsbereich nicht mehr auf die Eigenkapitalanforderung der Bank angerechnet. Der Schritt ist notwendig geworden, nachdem das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen gedroht hatte, der Bankgesellschaft wegen Unterschreitung der Eigenkapitalquote die Lizenz zu entziehen.
Der Immobilien-Bereich war die Hauptursache für das Milliarden-Desaster im Vorjahr.