Bankgewerbe: Breuers Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede - DER SPIEGEL
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Bankgewerbe Breuers Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede

Fusionen, Filial-Schließungen, noch mehr Stellenabbau - Rolf Breuer, wiedergewählter Chef des Banken-Verbandes, sagt weiter schwere Zeiten für Deutschlands Kreditinstitute voraus. Die Politik der Bundesregierung hält er für völlig fehlgeleitet.
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Frankfurt am Main - Der massive Job-Abbau in den vergangenen Monaten sei nicht ausreichend, auch die Zahl der Banken und Filialen müsse weiter sinken. Das sagte Breuer, nachdem er am Montag als Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken bestätigt wurde. "Der internationale Vergleich zeigt, dass in vielen Bereichen noch erhebliche Überkapazitäten bestehen. Die Zahl der Arbeitsplätze - so bitter dies ist - muss weiter reduziert werden." Allein die Deutsche Bank  , deren Aufsichtsrat Breuer vorsitzt, will bis Ende 2003 weltweit rund 14.500 Arbeitsplätze abbauen.

Breuer forderte die deutsche Politik auf, die Fusion von Banken verschiedener Gattungen zu ermöglichen. Dass Sparkassen, Genossenschaftsbanken und private Geldhäuser zusammengehen, sei dringend geboten, um die Kosten zu senken. Nur so könne sich in Deutschland ein dauerhaft international wettbewerbsfähiges Bankwesen etablieren.

Breuer gab der Regierung Schröder indirekt die Schuld am schwachen Wirtschaftswachstum, das eine "herbe Enttäuschung" sei. Angesichts der Konjunkturflaute sei es vordringlichste Aufgabe der Steuerpolitik, die Abgabenlast der Unternehmen auf ein international vergleichbares Niveau zu senken. Breuer kritisierte: "Die Bundesregierung kuriert lediglich an den Symptomen, dreht einmal mehr an der Ausgabenschraube, stopft Haushaltslöcher und weitet zugleich die Staatsverschuldung aus".

Dass Breuer an der Spitze des Bankenverbandes bestätigt wurde, gilt als ungewöhnlich, da üblicherweise ein amtierender Vorstandschef das Amt übernimmt. Die Suche nach einem passenden Nachfolger war aber offenbar schwierig. Zuletzt hatte der Vorstandschef der Commerzbank  , Klaus-Peter Müller mitgeteilt, er stehe definitiv nicht zur Verfügung. Müller soll seine Chancen auf den Posten laut Medienberichten verspielt haben, weil er die Regierung noch massiver angegriffen hat als Breuer. Breuers Amtszeit läuft im Frühjahr 2005 aus.