BASF Gesund ohne Medikamente
Frankfurt am Main - BASF verkauft seine Pharma-Sparte für 6,9 Milliarden Dollar an den US-Konzern Abbott Laboratories. Mit dem Erlös könne BASF durch Zukäufe das Kerngeschäft Chemie stärken, teilte der Ludwigshafener Konzern am Freitag mit. Zudem wolle BASF damit Schulden abbauen und beschleunigt weitere eigene Aktien zurückkaufen.
Branchenexperten hatten seit langem vermutet, dass der größte europäische Chemiekonzern BASF seinen relativ kleinen Pharma-Bereich verkaufen werde. Die BASF-Aktien stiegen in einem schwachen Börsenumfeld bis zum Mittag um etwa zwei Prozent.
Vorstand und Aufsichtsrat der BASF sowie der Vorstand von Abbott hätten der Vereinbarung am Donnerstag zugestimmt, hieß es in einer BASF-Mitteilung. Der Verkauf umfasse alle deutschen und internationalen Geschäfte der BASF Pharma und solle nach Genehmigungen der Wettbewerbsbehörden im ersten Quartal 2001 in Kraft treten.
Abbott Laboratories stehe zum Standort Ludwigshafen von Knoll, erklärte BASF, ohne Einzelheiten zu nennen. Die Pharma-Sparte von BASF wird seit knapp einem halben Jahr von einem Führungsgremium in London gesteuert. Der weitaus größte Teil des Bereichsumsatzes von rund 2,5 Milliarden Euro entfällt auf die in Ludwigshafen ansässige Knoll AG und ihre US-Schwestergesellschaft Knoll Pharmaceutical Company.
BASF erzielte im vergangenen Jahr einen Konzernumsatz von 29,5 Milliarden Euro. Die Pharma-Sparte trägt weniger als ein Zehntel zum Konzernumsatz bei und hat einen Weltmarktanteil von 0,7 Prozent. Der Aufsichtsrat von BASF hatte am Donnerstag über die Veräußerung der Pharma-Sparte beraten. Abbott Laboratories erzielte in den ersten neun Monaten rund zehn Milliarden Dollar Umsatz, davon in der Pharma-Sparte 1,82 Milliarden Dollar. Ein Kauf der BASF-Pharma-Sparte könne das Arznei-Geschäft von Abbott voranbringen, erklärte ein Analyst einer US-Investmentbank am Donnerstag. "Abbotts ist gegenwärtig stark bei Krankenhaus- und Diagnostik-Erzeugnissen, aber nicht sehr stark bei Medikamenten."