Basketball-Profiliga: Adidas rüstet NBA aus - DER SPIEGEL
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Basketball-Profiliga Adidas rüstet NBA aus

Die Übernahme von Reebok trägt für Adidas erste Früchte: Der Sportartikel-Konzern Adidas übernimmt jetzt von der neuen Tochter die prestigeträchtige Aufgabe, die NBA-Basketball-Liga mit Trikots zu versorgen. Auch sonst sei die Reebok-Übernahme eine einzige Erfolgsstory, jubelt Konzernchef Hainer.
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London - Es ist eins der wohl prestigeträchtigsten Geschäfte im Sportartikel-Geschäft: Von der nächsten Saison an kommen die Trikots sämtlicher 30 Teams der nordamerikanischen Profi-Basketball-Liga NBA von Adidas. Der jetzt abgeschlossene Vertrag gelte für elf Jahre, teilte Adidas-Vorstand Erich Stamminger heute mit. Damit löst der Konzern aus Herzogenaurach den bisherigen Ausrüster Reebok ab. Reebok behält die Vermarktungsrechte für Basketball-Schuhe.

"Wenn wir die Nummer eins der Welt werden wollen, müssen wir die Nummer eins im Basketball werden", erklärte Stamminger das Konzerninterne Tauschgeschäft. Adidas hatte Reebok vor wenigen Monaten übernommen und war so zur weltweiten Nummer zwei in der Sportartikel-Branche hinter dem US-Konzern Nike aufgestiegen - und die Herzogenaurachern setzen allen daran, dem Erzrivalen die Führungsposition abspenstig zu machen.

Für diesen Kampf ist das konzerninterne Tauschgeschäft mit Reebok ein wichtiger Schachzug. Künftig kann Adidas die Trikots der  NBA-Basketball-Teams - in denen die besten Dribbler der Welt spielen - in Nordamerika, Europa und Asien zu vermarkten.

Reebok für Individualisten

Auch sonst scheint die Reebok-Übernahme eine einzige Erfolgsstory zu sein - so zumindest sieht es Adidas-Chef Hainer. "Wachstumspotenzial und Kostensenkungen sind deutlich höher als wir bislang angenommen haben", jubelte Hainer heute in London. Zwar gebe es bei Reebok noch einige Probleme, die aber glaubt Hainer leicht in den Griff bekommen zu können. Ein neuer Vertrieb und die Ausrichtung als Sportmarke für Individualisten sollen den zuletzt unter Umsatzrückgängen leidenden Neuerwerb wieder auf Kurs bringen.

So soll die US-Tochter den Vertrieb seiner Produkte künftig in die eigenen Hände nehmen und sich aus bestehenden Vertriebspartnerschaften und Gemeinschaftsunternehmen herausgekaufen. Reebok werde stärker auf Einzelsportarten zugeschitten, dabei solle sich die neue Tochter auf sechs Bereiche konzentrieren, darunter Running und Damenprodukte, erklärte Hainer. "Adidas ist Mannschaftssport, Reebok ist individueller." So soll allein Reebok ab 2009 200 Millionen Euro zum Umsatz beisteuern, obwohl der Auftragsbestand zuletzt um mehr als ein Fünftel eingebrochen ist und für 2006 noch ein Umsatzrückgang von bis zu sieben Prozent erwartet wird.

Auch sonst hält sich Hainer mit optimistischen Prognosen nicht zurück. Ab 2009 wolle der Gesamtkonzern pro Jahr zusätzliche 500 Millionen Euro an Umsatz erreichen. Allein in diesem Jahr werde man um gut ein Viertel mehr verdienen als im Rekordjahr 2005 und einen Überschuss von einer knappen halben Milliarde Euro einfahren. 2007 soll der Gewinn nochmals um mindestens 20 Prozent klettern. Auch 2008 will der Konzern den Überschuss zweistellig steigern.

Die Börse bejubelte den siegessicheren Adidas-Chef. Der Aktienkurs stieg zwischenzeitlich um drei Prozent auf 172,58 Euro und setzte sich damit an die Spitze des Dax. Die Aktie sei für viele ein Favorit für das laufende Jahr, erklärten die Börsianer. "Wir machen enorme Fortschritte bei der laufenden Integration von Reebok", sagte Konzernchef Herbert Hainer auf einer Investorenveranstaltung in London. "Wachstumspotenzial und Kostensenkungen sind deutlich höher als wir bislang angenommen haben."

ase/AFP/dpa-AFX