Basta!: Kanzler will angeblich E.on-Deal durchdrücken - DER SPIEGEL
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Basta! Kanzler will angeblich E.on-Deal durchdrücken

Kartellamtschef Ulf Böge will die Übernahme der Ruhrgas AG durch den Energiekonzern E.on angeblich platzen lassen - aber er hat die Rechnung wohl ohne die Bundesregierung gemacht. Der Kanzler und sein Wirtschaftsminister Werner Müller sollen E.on bereits vor Monaten zugesichert haben, sie würden die Kartellbehörde im Zweifelsfall überstimmen.
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Düsseldorf - Das Bundeskartellamt will nach Informationen des "Handelsblatts" am kommenden Montag die Übernahme der Essener Ruhrgas AG durch die Düsseldorfer E.on AG   untersagen. Das Geschäft werde aber trotzdem zu Stande kommen, berichtet die Zeitung, denn die Bundesregierung werde eine Ausnahmegenehmigung erteilen. Der Wirtschaftsminister werde das Kartellamt in der Energiefrage überstimmen.

Das Kartellamt wollte den Bericht nicht bestätigen und verwies auf eine am Montag geplante Pressekonferenz, auf der die Entscheidung im Fall Eon-Ruhrgas bekannt gegeben werde. Ein Sprecher der Bundesregierung sagte, vor der Entscheidung des Kartellamts sei es noch zu früh über eine etwaige Anwendung der Ministererlaubnis zu reden.

Heikel für Wirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) ist, dass er vor seiner politischen Tätigkeit bei RWE und beim E.on-Vorgänger Veba gearbeitet hat. Darüber hinaus kursieren seit längerem Gerüchte, Müller wolle sich aus der Politik zurückziehen und einen Manager-Posten bei E.on oder RWE annehmen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder habe die Zusage für eine politische Lösung der Ruhrgas-Übernahme schon im vergangenen Herbst bei einem Geheimtreffen mit E.on-Chef Ulrich Hartmann getroffen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Bundeswirtschaftsminister Müller habe wenig später die Ministererlaubnis selbst in die Diskussion gebracht, so die Zeitung. Müller habe seinen Vorschlag damit begründet, die deutschen Versorger müssten zu globalen Energiekonzernen aufsteigen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.