Baubranche: Rekordstrafe für das Zementkartell - DER SPIEGEL
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Baubranche Rekordstrafe für das Zementkartell

Für die Beteiligung an einem Zement-Kartell müssen mehrere deutsche Baustoffhersteller hohe Millionen-Bußgelder zahlen. Einem Pressebericht zufolge verhängte das Bundeskartellamt Strafen in einer Gesamthöhe von rund 980 Millionen Euro.
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Bonn/Hamburg - Das Kartellamt lehnte eine Stellungnahme zu einem Bericht der tageszeitung "Die Welt" (Samstagsausgabe) ab. Der Dyckerhoff-Konzern bestätigte ein Bußgeld von 95 Millionen Euro und kündigte Einspruch gegen dessen Höhe an. Der Hersteller Readymix sprach von einem Bußgeld in niedriger zweistelliger Millionenhöhe.

Bei dem Marktführer HeidelbergCement und dem norddeutschen Alsen- Konzern, die ebenfalls betroffen sein sollen, seien noch keine Bußgeldbescheide eingegangen, sagten Sprecher. Der "Welt" zufolge drohe HeidelbergCement ein Bußgeld in Höhe von 350 Millionen Euro.

Das Zementkartell habe nach Erkenntnissen der Bonner Wettbewerbshüter mehr als 30 Jahre existiert und dadurch die Preise für Zement künstlich hoch gehalten. Zudem seien zwischen den beschuldigten Firmen Absatz-Gebiete aufgeteilt worden. Im vergangenen Sommer waren zahlreiche Firmenzentralen durchsucht worden. Seitdem war mit hohen Bußgeldern gerechnet worden. Bei den Durchsuchungen seien brisante Dokumente in die Hände der Ermittler gelangt, die eindeutig die Bildung eines Preis- und Quoten-Kartells belegten, schrieb die "Welt" unter Berufung auf gut informierte Kreise.

Fast alle Firmen geständig

29 von 30 beschuldigten Unternehmen hätten zwischenzeitlich die Verstöße zugegeben, darunter die größten deutschen Zementhersteller Readymix, Dyckerhoff und Alsen. Sie müssten zwischen 30 und 95 Millionen Euro zahlen. Lediglich HeidelbergCement bestreite weiterhin eine Beteiligung.

Dyckerhoff gehe es bei dem Einspruch lediglich um die Höhe der Strafe und nicht um die Sache selbst, betonte ein Sprecher in Wiesbaden. Das Kartellamt habe eine Berechnungsgrundlage gewählt, der das Unternehmen nicht zustimme.

Das Unternehmen hatte bei dem Verfahren nach eigener Darstellung mit dem Kartellamt kooperiert. Die Höhe der Buße war nach einem Gespräch des Dyckerhoff-Managements mit dem Kartellamt bereits Mitte vergangenen Jahres klar gewesen. Für die damit verbundene Belastung des Unternehmens sei bereits mit dem Abschluss 2002 Vorsorge getroffen worden, betonte der Sprecher. In diesem und den folgenden Jahren belaste das Verfahren Dyckerhoff daher nicht.