Baumarktkette Praktiker geht an die Börse
Düsseldorf - Die Entscheidung für den Börsengang sei "nach sorgfältiger Abwägung der Szenarien" geschehen, teilte Metro mit. Außer dem Börsengang hatte der Konzern auch den Verkauf der Baumarktkette erwogen. Metro werde nun stattdessen den Großteil seiner Praktiker-Aktien an der Börse anbieten.
Bereits vor einigen Tagen wurde ein Bankenkonsortium unter der Führung von J P Morgan, ABN Amro und der Deutschen Bank mit den Vorarbeiten beauftragt. Der Nachrichtenagentur ddp zufolge mit 820 Millionen bis 920 Millionen Euro bewertet. Unternehmensnahen Kreisen zufolge soll die Zeichnungsfrist schon vom 7. bis zum 17. November sein. Der Handelsriese selbst sagte lediglich, die Vorbereitungen seien "weit fortgeschritten".
"Ein Börsengang wird Praktiker in die Lage versetzen, die Internationalisierung des Geschäfts noch schneller als bisher voranzutreiben", sagte Praktiker-Vorstandschef Wolfgang Werner. Vor allem für die weitere Expansion nach Osteuropa soll das Kapital eingesetzt werden.
Die Praktiker AG ist der zweitgrößte Baumarkt-Betreiber in Deutschland nach Obi. Im harten Verdrängungskampf der Baumärkte kommt das Unternehmen im Inland auf einen Marktanteil von 16 Prozent, Obi hat 23 Prozent. Praktiker war bis 2002 ein ständiger Verlustbringer, dann gelang durch eine Neuausrichtung als Discount-Baumarkt mit regelmäßigen Preisaktionen die Ertragswende. Seit dem Jahr 2000 hat sich Praktiker von 50 unrentablen Standorten getrennt und betreibt mit 21.000 Mitarbeitern noch 277 Märkte in Deutschland und 65 Filialen in weiteren acht europäischen Ländern.