Bayer-HV: Debatte um Aufsichtsrat Kleinfeld - DER SPIEGEL
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Bayer-HV Debatte um Aufsichtsrat Kleinfeld

Nach dem Rücktritt Klaus Kleinfelds wagen sich jetzt seine Gegner aus der Deckung. Einige Aktionäre des Bayer-Konzerns forderten auf der heutigen Hauptversammlung seinen Rausschmiss aus dem Bayer-Aufsichtsrat. Vorstand und Aktionärsschützer wandten sich vehement dagegen.
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Köln - Kleinfeld stehe beim Siemens-Konzern zusammen mit seinen Vorstandskollegen im Zentrum des Verdachts von Schmiergeldzahlungen und Korruptionsvorwürfen giftete der Aktionär Klaus-Dieter Dohm. "Es ist für mich unvorstellbar, dass jemand vor diesem Hintergrund in den bisher als äußerst seriös geltenden Aufsichtsrat der Bayer AG für die Anteilseigner gewählt wird." Ein anderer Aktionär argumentierte, man solle dem Münchner Manager Zeit und Gelegenheit geben, "seinen Laden an der Isar in Ordnung zu bringen".

Kleinfeld ist seit zwei Jahren Mitglied im Aufsichtsrat des Bayer-Konzerns. Am Freitag stand seine Wiederwahl für fünf Jahre an. Aufsichtsratschef Manfred Schneider stellte sich vehement vor Kleinfeld. Er wies auf dessen Erfolge bei der Umstrukturierung von Siemens hin. Außerdem hätten die bisherigen Untersuchungen keinerlei Anhaltspunkte für ein persönliches Fehlverhalten Kleinfelds gegeben.

Auch Harald Petersen von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger unterstützte nachdrücklich eine Wiederwahl. Der Aktionärsvertreter sagte, bei der ersten Nominierung Kleinfelds habe er noch Bedenken gehabt, dass Kleinfeld bei Siemens zu große Aufgaben habe, um genug Zeit für das Aufsichtsratsmandat bei Bayer zu haben. Umso mehr freue er sich jetzt, dass er im Bayer-Aufsichtsrat sitze. Denn nun habe der bewährte Manager die Zeit, die nötig sei, den Konzern aufmerksam zu kontrollieren.

Bayer-Vorstandschef Werner Wenning betonte in seiner Rede, dass Bayer sich bei seinen eigenen Geschäften strikt an gesetzliche Vorgaben halte. "Geschäfte, die nur mit unlauteren Methoden gemacht werden können, kommen für uns nicht in Betracht. Denn nur so sind wir in der Lage, nachhaltig zu wachsen", erklärte er. "Wir setzen uns in unserem Unternehmen weltweit mit großem Engagement und Nachdruck für gesetzmäßiges Handeln ein."

Bayer präsentierte sich den Aktionären auf der Hauptversammlung in glänzender Verfassung. Die durch den Schering-Kauf gestärkte Gesundheitssparte bescherte dem Unternehmen im ersten Quartal 2007 ein kräftiges Umsatz- und Ergebniswachstum. Der Pharmakonzern steigerte seinen Umsatz um 23 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Das um Sondereinflüsse bereinigte Betriebsergebnis stieg sogar um 27 Prozent auf zwei Milliarden Euro. Das Konzernergebnis konnte der Bayer-Konzern im ersten Quartal mit 2,8 Milliarden Euro (Vorjahr 0,6 Milliarden) fast verfünffachen.

Allerdings machten sich hier vor allem die Gewinne aus dem Verkauf des Diagnostik-Geschäfts und des Tochterunternehmens H.C. Starck in einer Gesamthöhe von knapp 2,2 Milliarden Euro bemerkbar.

mik/AP