Bayer-Konzern: Manager zweigte offenbar Millionen ab - DER SPIEGEL
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Bayer-Konzern Manager zweigte offenbar Millionen ab

Der ehemalige Computer-Chefeinkäufer des Leverkusener Bayer-Konzerns sitzt in Untersuchungshaft. Zusammen mit Komplizen bei anderen Firmen soll er den Pharmariesen um rund 20 Millionen Euro betrogen haben.
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Köln - Im Zuge des Ermittlungsverfahrens durchsuchten Staatsanwälte und rund 150 Beamte von Kriminalpolizei und Steuerfahndung am Mittwoch an 21 Orten bundesweit Räume von Privatpersonen und Firmen, wie die Staatsanwaltschaft Köln am Mittwoch mitteilte. Bei Bayer in Leverkusen selbst habe es keine Durchsuchung gegeben.

Neben einem zweiten Hauptbeschuldigten gebe es noch viele mögliche Mittäter, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Gegen sie werde wegen des Verdachts der Untreue, beziehungsweise der Beihilfe zur Untreue sowie wegen Steuerdelikten ermittelt. Das Verfahren sei nach einer Anzeige von Bayer eingeleitet worden. Vor einem Jahr sei dem damaligen Geschäftsführer der hundertprozentigen Bayer-Tochter ScaleOn fristlos gekündigt worden.

Bei dem inhaftierten Hauptbeschuldigten handele es sich um den früheren Leiter des Konzernrechenzentrums und späteren ScaleOn-Chef, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Die krummen Geschäfte sollen nach einem einfachen Schema abgelaufen sein.

Mit Vertriebsmitarbeitern namhafter Computerlieferanten soll der Verdächtige unter Umgehung der Bayer-Einkaufsabteilung kräftige Rabatte für Computerhardware ausgehandelt haben. Um die Rabatte abzuschöpfen, hatte er offenbar zusammen mit einem Komplizen eigens eine Firma gegründet, die als Zwischenhändler fungierte. Bayer selbst gingen bei diesem Handel am Ende die normalerweise gewährten Rabatte verloren.